Die erste Unterkunft für Flüchtlinge in Hörste ist bezogen

Wolfgang Becker

Schaut nach dem Rechten: Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Hörste, Gebhard Rösler, an einem der Wohn-Module, die hinter der Feuerwache aufgestellt sind. Bisher ist erst einer mit einer Flüchtlingsfamilie belegt. - © Wolfgang Becker
Schaut nach dem Rechten: Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Hörste, Gebhard Rösler, an einem der Wohn-Module, die hinter der Feuerwache aufgestellt sind. Bisher ist erst einer mit einer Flüchtlingsfamilie belegt. (© Wolfgang Becker)

Lage-Hörste. Seit vergangenem Herbst sind sie hinter der Feuerwache in Hörste aufgestellt: sechs Wohn-Module für Flüchtlinge. Bisher standen die holzverkleideten Unterkünfte leer. In dieser Woche wurde die erste bezogen: von einer kurdischen Familie aus Syrien, die vorher in einer Wohnung im Stadtgebiet untergebracht war. Ihre Kinder besuchen die Bunte Schule am Hörster Bruch, in Kürze kommt das dritte Kind zur Welt.

Der Heimat- und Verkehrsverein im Luftkurort hat die Koordination der Betreuung der Flüchtlinge im Ort übernommen. „Wir werden uns jetzt bald mit Vertretern von Kindergarten, Schule und Kirche zusammensetzen und überlegen, was wir einbringen können, um den Neuankömmlingen das Leben hier zu erleichtern", sagte Gebhard Rösler, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Hörste.

In Kontakt stehe er auch mit dem Fachbereichsleiter Allgemeine Dienste und Ordnung der Stadt Lage, Frank Rayczik, und dem Fachgruppenleiter Soziales, Diemo Dölle. „In den kommenden Gesprächen wollen wir abklären, wer bei der Integrationsarbeit was leisten kann", so Rösler.

Der Vorsitzende geht davon aus, dass sich Bürger und Vereine aus dem Ort aktiv an der Flüchtlingshilfe beteiligen. „Bisher habe ich nichts Negatives gehört. Unser Verein gründet sich auf den Begriff Heimat. Und da liegt es nah, dass wir Menschen helfen, sich in ihrem neuen Zuhause zurecht zu finden." Der Heimat- und Verkehrsverein Hörste trage dazu bei, mit den lokalen Akteuren ins Gespräch zu kommen, sagte Fachbereichsleiter Frank Rayczik. Im Mittelpunkt stehe die Klärung der Fragen der Hörster Bevölkerung, zu erfahren, um welche Menschen es sich bei den Flüchtlingen handele, was sie brauchten und wie man sie gezielt unterstützen könne.

Im vergangenen Jahres hatte die Nachricht, dass in Hörste Wohn-Module für Flüchtlinge aufgestellt werden sollen, einige Irritationen verursacht. Niemand soll gewusst haben, dass das Feld hinter der Feuerwache für die Aufstellung der Unterkünfte vorgesehen war. Die Bürgerbewegung für Lage (BBL) begrüßte zwar eine vernünftige Unterbringung der Flüchtlinge, doch sei der Platz hinter dem Feuerwehrgerätehaus problematisch, weil dort stets das traditionelle Osterfeuer abgebrannt werde, erklärte damals Fraktionsvorsitzender Heinz Walter. In einem von der BBL initiierten Gespräch sagte der Bürgermeister zu, mit der Feuerwehr eine Lösung zu finden. Das Osterfeuer soll nun ein wenig entfernt von der alten Stelle, aber sonst weitgehend unter den bekannten Bedingungen stattfinden.

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