Freier reißt Prostituierter einen Teil der Zunge heraus

Erol Kamisli

Landgericht Detmold. - © LZ
Landgericht Detmold. (© LZ)

Augustdorf. Er würgte sie, stopfte ihr sein T-Shirt in den Mund und riss ihr fast die Zunge aus dem Mund – eine Prostituierte, die in einem Augustdorfer Bordell arbeitet, wurde im Juni dieses Jahres Opfer eines 21-jährigen Guineers. Gestern musste er sich vor dem Landgericht Detmold wegen versuchter Vergewaltigung verantworten.

„Ich war unzufrieden mit der Arbeit der Dame", sagte der Angeklagte, der 2013 vor dem Bürgerkrieg in Guinea geflohen und über Marokko, Spanien und Belgien in Lippe gelandet war. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, derzeit wird er in der Bundesrepublik lediglich geduldet.

Er habe am Tattag reichlich Alkohol getrunken sowie Marihuana und Kokain konsumiert. Anschließend sei er mit einem Freund ins Bordell gefahren. „Dort haben wir uns mit zwei Damen amüsiert", erinnerte sich der 21-Jährige, der gegenwärtig eine Haftstrafe verbüßt, weil er Drogen verkauft und konsumiert hatte.

Anschließend habe er sich mit einer anderen Frau aufs Zimmer zurückgezogen. Er habe 50 Euro für 30 Minuten bezahlt, doch die Prostituierte habe „ihre Versprechungen nicht erfüllt" und habe pünktlich aufgehört. „Ich wollte, dass sie weiter macht. Doch sie hat sich geweigert", erinnerte sich der Angeklagte. Dann habe er die Nerven verloren. „Ich habe sie gewürgt und versucht, sie zum Geschlechtsverkehr zu zwingen."

Doch die Prostituierte habe geschrien. Er habe ihr ein Kissen aufs Gesicht gelegt und an ihrer Zunge gezogen, damit sie aufhört. Dabei riss ein Teil der Zunge ab. „Es tut mir leid, dass ich ihr fast die Zunge heraus gerissen habe, aber ich war sehr wütend und nach den Drogen nicht bei mir", sagte der Angeklagte. Erst nachdem zwei Bordellmitarbeiter die verschlossene Zimmertür eintraten, ließ der Angeklagte von seinem Opfer ab.

Jetzt soll ein Gutachter die Schuldfähigkeit des 21-Jährigen prüfen. Die Polizei hatte nach der Festnahme keine Spuren von Drogen entdeckt.

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