Augustdorf will sportliche Angebote für alle Altersklassen ausbauen

Manfred Brinkmeier

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Große Veränderungen in der Diskussion: Es wird darüber nachgedacht, auf dem Sport- und Freizeitgelände Schlingsbruch einen großen Kunstrasenplatz zu errichten. Das könnte entweder auf dem Trainingsplatz (Vordergrund) oder dem Hauptplatz dahinter geschehen. - © Guntmar Wolff
Große Veränderungen in der Diskussion: Es wird darüber nachgedacht, auf dem Sport- und Freizeitgelände Schlingsbruch einen großen Kunstrasenplatz zu errichten. Das könnte entweder auf dem Trainingsplatz (Vordergrund) oder dem Hauptplatz dahinter geschehen. (© Guntmar Wolff)

Augustdorf. Große Kritik gibt es an der baulichen Qualität der Sportplätze in Augustdorf. Das bezieht sich aber auch auf deren Ausstattung mit Umkleiden und Sanitäranlagen. Das erklärte Donnerstagabend der Sportwissenschaftler Dr. Stefan Eckl in einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerzentrum.

Der Mitarbeiter des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) in Stuttgart war eigens nach Augustdorf gekommen, um vor Vertretern von Sportvereinen, Schulen, Bürgern und Kommunalpolitikern erste Ergebnisse des geplanten Sportstättenkonzeptes vorzustellen. Er präsentierte dabei auch zwei Szenarien, wie es mit der Sportlandschaft in Augustdorf weitergehen könnte (siehe Kasten).

Ausgangslage: Dr. Stefan Eckl hatte nachdenkenswerte Zahlen mitgebracht. Beim Organisationsgrad sehe es ungewöhnlich schlecht aus. So seien nur 16 Prozent der Bevölkerung in Augustdorfer in Sportvereinen organisiert – in NRW dagegen 30 Prozent. Am häufigsten sei dabei die Altersgruppe sieben bis 14 Jahre in den Vereinen der Sennerandgemeinde vertreten (30 Prozent, in NRW aber 70 Prozent). Die meisten Sportler seien in der Sennerandgemeinde also selbstorganisiert.

Schlussfolgerung: Darüber sollten sich die Sportvereine dringend Gedanken machen, empfahl der Stuttgarter Sportwissenschaftler. „Sie müssten 
darauf mit einer entsprechenden Entwicklung Ihres Angebotes reagieren." So seien bundesweit bei Freizeitsportlern zum Beispiel Trimmgeräte und Bolzplätze total angesagt. Ziel müsste also die Schaffung von familienfreundlichen Anlagen sein, um gute Angebote für alle Altersgruppen unterbreiten zu können. „Das muss dann auch für Nichtfußballer attraktiv sein, damit es zu einer optimalen Auslastung kommt."

Angebot der Bundeswehr: Der Stabsfeldwebel für Infrastruktur, Jörg Gymny, und Peter Bilstein, Leiter des Dienstleistungszentrums, sprachen davon, dass die Sportanlagen auf dem Bundeswehrgelände vielleicht als Interimslösung in Frage kämen. Es gäbe dort drei Sportplätze und drei Hallen, die unter Berücksichtigung militärischer Sicherheitsgesichtspunkte zum Teil durch organisierte Vereine genutzt werden könnten. Möglich wäre das montags bis donnerstags jeweils ab 16.15 Uhr. Der FC und der SC Augustdorf würden diese Möglichkeit bereits wahrnehmen. Ein regulärer Spielbetriebe scheide aber aus. Zudem gebe es kein Flutlicht.

Zur Nutzung der Schwimmhalle gebe es bereits einen Vertrag mit der Gemeinde. Zurzeit würden allerdings umfangreiche Sanierungsarbeiten laufen, so dass die Schwimmhalle erst wieder zu Beginn 2019 zur Verfügung stehe. Peter Bilstein: „Die Bundeswehr will die Vereine auf jeden Fall gerne unterstützen, so weit es in unserer Macht steht." Für Dr. Stefan Eckl ist dies „ein sehr lohnendes und faires Angebot".

Weiteres Vorgehen: Bürgermeister Dr. Andreas Wulf: „Wir haben mit der Sanierung der Schulen und der Zukunft der Sportanlagen große Aufgaben vor der Brust. Alles wird eine Frage der Prioritäten sein, bei denen das Geld eine große Rolle spielt." Am Montag, 28. Mai, soll die nächste Versammlung stattfinden. Danach sollen sich alle Beteiligten auf ein gemeinsames Konzept verständigen.

Im Schlingsbruch soll es einen Kunstrasenplatz geben

Beim Szenario 1 soll der Heidesportplatz als Schulsportanlage erhalten bleiben und als Anlage für den Freizeitsport („familienfreundliche Sportanlage") weiterentwickelt werden. Es könnte zu einer Teilung kommen: einen Kunststoffrasen mit Beleuchtung als Jugendspielfeld für vereinsorganisierten Jugendfußball sowie Schulsport und ein Multifunktionsspiel in Kunststoff für Öffentlichkeit und Schulsport. Weitere Vorschläge wären unter anderem eine Rundlaufbahn, Fitnessgeräte und eine Boulderwand.

Das Sport- und Freizeitgelände Schlingsbruch soll auf dem Trainingsplatz ein Kunststoffgroßspielfeld erhalten. Bei der Grundschule In der Senne soll das Minispielfeld mit einer Bande und einem Asphalt- oder Kunststoffbelag versehen werden (gilt auch für Szenario 2). Beim Szenario 2 bleibt der Heidesportplatz im heutigen Zustand erhalten. Beim Gelände Schlingsbruch wird dagegen der Hauptplatz zum Kunstrasenspielfeld umgebaut.

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