Überfall auf Juwelier: Verurteilte belasten 32-jährigen Litauer

Erol Kamisli

Detmold/Traunstein. Ein Urteil des Landgerichts Traunstein gegen zwei Litauer, die wegen schweren Raubes acht und sechs Jahre in Haft müssen, hat Auswirkungen auf einen Prozess in Detmold. Ein 32-Jähriger muss sich derzeit hier wegen eines Überfalls auf einen Detmolder Juwelier verantworten. Die Aussagen belasten ihn zusätzlich. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Die beiden Verurteilten haben zugegeben, dass sie gemeinsam mit dem 32-Jährigen unter anderem den Detmolder Juwelier an der Bruchstraße überfallen hatten. „Der Drahtzieher des Überfalls soll mein Mandant sein" sagt Verteidiger Johannes Salmen. Daher werde nach dem Prozesstag am Freitag ein weiterer Haftbefehl gegen den Angeklagten ergehen. „Die Verurteilten sollen am 3. Februar als Zeugen vor dem Detmolder Landgericht gehört werden", sagt Salmen.

Wenn die Aussagen der mutmaßlichen Mittäter stimmen sollten, müsse sich der 32-Jährige für insgesamt 16 Überfälle auf Juweliergeschäfte im gesamten Bundesgebiet verantworten, fügt Salmen hinzu.

In Detmold hatte das Trio 2014 Schmuck und Uhren im Wert von 50.000 Euro erbeutet. Maskiert soll der Angeklagte gemeinsam mit zwei Männern kurz nach 11 Uhr das Juweliergeschäft an der Bruchstraße betreten haben. Mit gezückter Waffen habe einer der Täter die Angestellten zu Boden gezwungen, so Staatsanwalt Kristoffer Mergelmeyer am ersten Verhandlungstag.

Anschließend sollen die Täter, ausgestattet mit Pistole und einer Axt, mehrere Vitrinen eingeschlagen und aus den Auslagen Schmuck und Uhren in die mitgebrachte Tasche gerafft haben. Keine Minute später flohen sie mit ihrer Beute unerkannt über den belebten Wochenmarkt. DNA-Spuren auf einem Handtuch, dass die Täter im Juweliergeschäft zurückließen, führten zur Verhaftung des 32-Jährigen. Der Angeklagte sitzt seit dem 14. August 2015 in Untersuchungshaft, bisher schweigt er.

Der Prozess wird am Freitag ab 9 Uhr im Landgericht, Saal 165, fortgesetzt.

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