IG Metall kritisiert Weidmüller-Vorstand wegen Stellenabbau

Der Erste Bevollmächtigte Erich Koch wirft dem Management des Detmolder Unternehmens Versagen vor

Thorsten Engelhardt

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Protest: Mitglieder des Weidmüller-Betriebsrats – vorn im Bild der Vorsitzende Robert Chwalek – verteilten am Donnerstag an den Werkstoren, wie hier an der Klingenbergstraße, Info-Flugblätter gegen die angekündigten Entlassungen. - © Bernhard Preuß
Protest: Mitglieder des Weidmüller-Betriebsrats – vorn im Bild der Vorsitzende Robert Chwalek – verteilten am Donnerstag an den Werkstoren, wie hier an der Klingenbergstraße, Info-Flugblätter gegen die angekündigten Entlassungen. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Mit einer Flugblattaktion hat am Donnerstag die IG Metall gegen den beabsichtigten Abbau von 121 Stellen bei Weidmüller protestiert. Gewerkschaftsmitglieder und Betriebsrat postierten sich am frühen Morgen an den Toren der verschiedenen Weidmüller-Werke.

IG-Metall-Bevollmächtigter Erich Koch wirft in dem Flugblatt dem Weidmüller-Vorstand Managementversagen vor. Die Mitarbeiter hätten kein Vertrauen mehr zu der Unternehmensleitung, berichtete im Anschluss an die Aktion Betriebsratsvorsitzender Robert Chwalek.

Seit Jahren werde die Verlagerung ins Ausland als alternativlose Strategie verkauft, heißt es auf dem Flugblatt. Doch das Ergebnis sei, dass Weidmüller an Wettbewerbsfähigkeit verliere, Umsatz- und Ertrag nicht zufriedenstellend seien. Die IG Metall kritisierte weiter, dass die Wettbewerber im Markt erfolgreicher agierten, bei Weidmüller hingegen das Produktportfolio nicht mehr marktgerecht sei und die Produktionsanlagen nicht mehr Stand der Technik.

Andere Unternehmen bewiesen hingegen durch Investitionen in die Produktion und Fertigungsanlagen sowie in Logistik, Entwicklung und Vertrieb an den hiesigen Standorten, dass es auch anders gehe. Der Weidmüller-Vorstand schwäche den Standort Detmold, lautet der Vorwurf.

Unternehmenssprecherin Marion Sommerwerck wies die Vorwürfe zurück. Erst im Dezember hatte der Vorstand ein weiteres Umsatzwachstum für 2015 verkündet. Weidmüller investiere in Detmold 25 Millionen Euro und wolle Detmold zum zentralen Standort für die Technologie ausbauen. Das Unternehmen entwickle sich zum Anbieter ganzer Lösungen bei seinen Kunden. Der Standort Detmold sei für diese Strategie sehr wichtig, gleichzeitig müssten auf diesem Weg Umstrukturierungen vorgenommen werden. Es gehe darum, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Weidmüller sehe dafür keinen anderen Weg.

Wunsch der Firmenleitung sei es, diesen Weg in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat zu gehen. Deshalb habe man bereits Verhandlungstermine vorgeschlagen. „Wir suchen für alle Mitarbeiter nach sozialverträglichen Lösungen und möchten diese gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeiten"

Weidmüller hatte in der vergangenen Woche das Programm zur Zukunftssicherung vorgestellt. Dazu gehören auch Veränderungen im weltweiten Produktionsnetzwerk. In der Detmolder Kunststofffertigung sollen 121 Arbeitsplätze entfallen, im Bereich Metall 37 neue entstehen. IG Metall und Betriebsrat wollen in der nächsten Woche eine Mitgliederversammlung zu dem Thema abhalten. Sie soll am Dienstag, 2. Februar, ab 15.30 Uhr im Gasthof „Zum Klüt" in Detmold-Klüt, Schmiedestraße 1 stattfinden. Bei diesem Treffen soll das weitere Vorgehen beraten werden.

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