Lösung für Wanderkreuz an den Externsteinen

Runder Tisch soll Frieden stiften

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Externsteine - © Archivbild: Vera Gerstendorf-Welle
Externsteine (© Archivbild: Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Über den an den Externsteinen geplanten „Friedensraum“ wollen Wirtschaftsförderung des Kreises, Landesverband, Schutzgemeinschaft Externsteine und Heimatbund an einem „Runden Tisch“ sprechen. Das Kuratorium der Denkmalstiftung hat einen Beschluss vertagt.

Die Politiker stellten gestern allerdings klar: „Das Gesamtkonzept ist gut. Auf einen Kompromiss können wir uns einlassen“, sagte Rainer Krüger (CDU). Der „Friedensraum“ – eine Plattform von zwölf Metern Durchmesser mit einem zwölf Meter hohen Pfahl im Mittelpunkt – sei Bestandteil des Wanderkompetenzzentrums, und er sei froh über den nunmehr gewählten Standort Externsteine. Thomas Enzensberger (Grüne) sagte, die Initiativen hätten vorher einbezogen werden müssen. Das Risiko, Fördergelder zu verlieren, müsse eingegangen werden.

Rolf-Dieter Morgenthal von der SPD nannte es wichtig, dass an den Externsteinen etwas geschieht: „Die Besucherzahlen gehen zurück.Wir müssen die Attraktivität erhalten und steigern.“ Er stellte allerdings klar, dass das Treffen von Landesverbands-Politikern, Kreis und Landesverband Ende Juli ein reines Informationsgespräch war: „Entschieden ist nichts.“ Er sei davon ausgegangen, dass Heimatbund und Schutzgemeinschaft selbstverständlich informiert gewesen seien.

Waren sie nicht, sagte Roland Linde (Schutzgemeinschaft). Gewusst habe er nur, dass überhaupt etwas geplant ist. „Das Projekt widerspricht dem Gesamtkonzept hier krass. Die Externsteine sind ein Alleinstellungsmerkmal, sonst soll es hier nichts geben.“ Darüber herrsche seit mehr als 50 Jahren Einigkeit. Linde bekräftigte seine Kritik an der Symbolik (die LZ berichtete ausführlich) und nannte historische Analogien.

Für den Heimatbund betonte Vorsitzender Friedrich Brakemeier, wenn die kritischen Stimmen eher gehört worden wären, „hätte der Landesverband nicht sofort Hurra gerufen“. Einen „Friedensraum“ vermöge er nicht zu erkennen, und in der Nähe des Kreuzabnahmereliefs ein Kunstwerk zu etablieren, wo Nägel eingeschlagen werden, sei „pikant“.

Kreis-Wirtschaftsförderer Günter Weigel sagte zu, einen Runden Tisch zu terminieren und bis Mitte Oktober eine Lösung zu erarbeiten. Er könne nachvollziehen, dass die Vereine ungehalten seien. „Ich kann aber nicht immer jeden informieren. Wichtig war das politische Signal, um weitermachen zu können.“ Verbandsvorsteherin Anke Peithmann zeigte sich sehr zufrieden und schlug vor, zum Runden Tisch auch Forstdirektor Hans-Ulrich Braun und Umweltdezernentin Ute Röder vom Kreis einzuladen.

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