Weidmüller investiert in Standort Lippe

Martin Teschke

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So sieht es an der Klingenbergstraße künftig aus: Das Kunden- und Technologiezentrum in Detmold soll ein Aushängeschild für Weidmüller werden. 
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So sieht es an der Klingenbergstraße künftig aus: Das Kunden- und Technologiezentrum in Detmold soll ein Aushängeschild für Weidmüller werden. (© Merwitz)

Kreis Lippe. Die Weidmüller Gruppe will ihre Zentrale in Detmold und die damit verknüpften rund 2.000 Arbeitsplätze in der Region neu ausrichten. Der Elektronikspezialist lässt an der Klingenbergstraße ein modernes Bürogebäude errichten, das sich an den Erfordernissen der Industrie 4.0 orientiert.

Am Freitag hat das Unternehmen die Pläne erstmals in einer Betriebsversammlung öffentlich präsentiert. Dr. Peter Köhler, Vorstandsvorsitzender der Weidmüller Gruppe, erläuterte im Gespräch mit der LZ, was sich hinter der neuen Fassade verbergen soll und was auf die Mitarbeiter zukommt.

Die Investition: „Wir investieren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in das neue Gebäude an der Klingenbergstraße“, so Köhler. Ob es sich dabei nun um 35 Millionen oder 65 Millionen Euro handelt, wollte der Weidmüller-Chef nicht sagen. Wichtiger ist ihm das Bekenntnis zum Standort Detmold und zur Region. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung unseres Unternehmens“, betonte Köhler.

Zusätzlich will Weidmüller bei dem jetzt beginnenden Ausschreibungsverfahren darauf achten, auch lokale Gewerke zu berücksichtigen. Dem Ausschreibungsverfahren vorausgegangen war die Genehmigung des Neubaus durch die entsprechenden Behörden.

Die Philosophie: Der Name des neuen Gebäudes soll Programm werden. „Mit dem Customer & Technology Center wollen wir die Themen Kunde und Innovation in den Mittelpunkt stellen“, sagte Köhler. Ziel sei es, die Innovationsrate des Unternehmens, also den Anteil von neuen Produkten bezogen auf den Umsatz, von heute 15 Prozent auf mehr 20 Prozent im Jahr 2020 zu steigern.

Die Mitarbeiter: Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die Mitarbeiter offenbar auf einen umfassenden Changemanagement-Prozess einrichten. „Wir ermöglichen unseren Mitarbeitern auch eine neue Art der Zusammenarbeit“, kündigte Köhler an. „Wir orientieren uns dabei an den Anforderungen der Industrie 4.0.“ Die Arbeitsräume sollen sich am sogenannten Open Space anlehnen. Mitarbeiter hätten dann unter Umständen keinen festen Schreibtisch mehr, arbeiteten in unterschiedlich zusammengesetzten interdisziplinären Teams an zeitlich begrenzten Projekten.

Gemeinsam mit Mitarbeitern und dem Betriebsrat will die Unternehmensführung zu Beginn des nächsten Jahres in die Feinplanung gehen, die dann Mitte des zweiten Quartals abgeschlossen werden soll. „In diesem Zusammenhang ist auch das Thema lebenslanges Lernen wichtig: Mitarbeiter bei Weidmüller werden kontinuierlich weitergebildet. Dazu investieren wir in unser Personalentwicklungsprogramm jährlich mehr als eine Millionen Euro weltweit“, unterstrich Köhler.

Die Strategie: Das größte Innovationspotenzial steckt für Weidmüller derzeit im Elektronikportfolio. Dies umfasst laut Köhler etwa Power Supplies, Relaiskoppler und elektronische Reihenklemmen. Zum Hintergrund: Die Weidmüller Gruppe erwirtschaftet mittlerweile nur noch 25 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland. „Deshalb ist es für uns einerseits sehr wichtig, den Standort Detmold technologisch weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen und andererseits mit dem Customer & Technology Center gleichzeitig das internationale Netzwerk auszubauen“, sagte Köhler.

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