Millionen für die LWL-Museen in OWL

Matthias Bungeroth

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Idylle pur: Das Freilichtmuseum Detmold ist das besucherstärkste LWL-Museum in Ostwestfalen-Lippe. - © Dirk-Ulrich Brüggemann
Idylle pur: Das Freilichtmuseum Detmold ist das besucherstärkste LWL-Museum in Ostwestfalen-Lippe. (© Dirk-Ulrich Brüggemann)
Bielefeld. Über fehlende Besucherresonanz brauchen sich die Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nicht zu beklagen. Im Gegenteil. Die 17 LWL-Museen begrüßten in diesem Jahr erstmals 2,2 Millionen Menschen – ein neuer Rekord. Anteil daran haben auch die Einrichtungen in Ostwestfalen-Lippe, die teilweise ebenfalls Bestmarken bei der Besucherresonanz erreichten.

Der Blick auf das Jahr 2018 mit zahlreichen Sonderausstellungen ist demzufolge optimistisch. Viele Häuser in OWL werden baulich deutlich aufgewertet, wie Barbara Rüschoff-Parzinger im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet. Ein Streifzug.



Information

Die Museen des LWL

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterhält nach eigenen Angaben ein Netz von insgesamt 17 Museen.

Diese bündeln die Geschichte der Region Westfalen-Lippe im Bereich Industrie, Handwerk, Technik, Kunst, Naturkunde, Archäologie und Klosterkultur sowie Volkskunde.

Darüber hinaus behandeln sie auch aktuelle Themen und präsentieren Ausstellungen für Menschen aller Generationen.

KLOSTER DALHEIM

Das LWL-Landesmuseum für Kosterkultur in Lichtenau „hat ein gutes Jahr hinter sich mit den besten Besucherzahlen", so Rüschoff-Parzinger. Mehr als 100.000 Menschen fanden 2017 dorthin, was zu großen Teilen auf die Sonderausstellung „Luther. 1717 bis heute" zurückzuführen ist. Diese Bilanz nennt die Kulturdezernentin „absolut phantastisch". Kommendes Jahr sollen nun rund 3 Millionen Euro in die Modernisierung der Prälatur fließen. „Das gesamte Dach wird komplett neu gemacht." Auch Treppen, Heizung und vieles mehr werden erneuert. Nach dem Rückbau der Sonderausstellung zum Thema „Luther" wird die überarbeitete Dauerausstellung zum Thema „Klosterkultur" ab dem 18. März 2018 wieder in vollem Umfang zu sehen sein.



GLASHÜTTE GERNHEIM

Die in Petershagen ansässige Einrichtung bezeichnet Rüschoff-Parzinger als „absolut einmaliges Museum", das Künstler und Sonderausstellungen zusammenführe. „Wir planen dort ein neues Ausstellungs- und Eingangsgebäude", sagt die Dezernentin. Auch ein Museumscafé gehöre zu dem Modernisierungsprogramm, das ebenfalls im Millionenbereich liege. Den Baubeschluss bereite man für 2018 vor. Vom 8. April bis zum 7. Oktober 2018 plant das LWL-Industriemuseum die Sonderausstellung „Le forme del vetro – Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano". Sie zeigt hochkarätige venezianische Glasobjekte aus dem 19. Jahrhundert.





ZIEGELEIMUSEUM

Auch das LWL-Industriemuseum in Lage macht sich fit für die Zukunft. „Wir sind dabei, die Konzeption für die neue Dauerausstellung zu überarbeiten", sagt Rüschoff-Parzinger. Denn die insbesondere für Familien sehr interessanten Industriemuseen müssten sich ständig weiterentwickeln. Vom 18. März bis zum 30. September 2018 zeigt das Haus zudem die Schau „Die 68er-Bewegung in der Provinz". Dokumentiert wird, wie diese Bewegung in Lippe mit Wohngemeinschaften, linken Buchläden oder Biogeschäften ihre ersten Gehversuche unternahm. Gezeigt werden unter anderem Videos, Fotografien, Plakate sowie andere Objekte.



FREILICHTMUSEUM

Das Detmolder LWL-Museum ist mit mehr als 200.000 Besucherinnen und Besuchern das resonanzstärkste in Ostwestfalen-Lippe. Rüschoff-Parzinger bezeichnet es deshalb auch als „ganz besonders klasse". Um dieses Niveau halten und wenn möglich sogar ausbauen zu können, will man im kommendem Jahr dem lang gehegten Wunsch nach dem Neubau eines Ausstellungs- und Eingangsgebäudes einen guten Schritt näher kommen. „Wir werden 2018 den Architekturwettbewerb auf den Weg bringen", sagt Rüschoff-Parzinger. „Das wird eine wahnsinnig spannende Phase." Derzeit könne man sensible Objekte, die bestimmte klimatische Bedingungen bräuchten, dort nicht ausstellen. Das werde sich mit dem Ausbau ändern. Die Kulturdezernentin möchte das Freilichtmuseum auch als außerschulischen Lernort weiterentwickeln. Auch Ausstellungen zu dem Themen „Tierschutz" oder „Naturheilkunde" sollen künftig das Freilichtmuseum bereichern. Vom 29. März bis zum 31. Oktober 2018 heißt es dann „Raus aus dem Spießerglück". Die Sonderausstellung soll nicht nur die 1960er Jahre als Zeit des Aufbruchs, sondern auch als eine Zeit des Beharrens auf etablierten Lebensentwürfen präsentieren.



KAISERPFALZ

Das Paderborner Museum in der Kaiserpfalz wartet vom 12. April bis zum 6. August 2018 mit einer Sonderausstellung auf, die die archäologische Sammlung des Historischen Vereins für die Geschichte der Grafschaft Ravensberg dokumentiert. „Die Exponate reichen vom steinzeitlichen Werkzeug über bronzezeitlichen Schmuck und eisenzeitliche Urnen bis hin zum Alltagsgeschirr aus dem Mittelalter", so Rüschoff-Parzinger. Auf diese Weise mache die Schau mehr als „7.000 Jahre Kulturlandschaft in Ostwestfalen lebendig. Dies ist zugleich auch der Titel der Sonderschau.



PREUSSENMUSEUM

Seit der Übernahme des Hauses durch den LWL im März 2016 wird die Mindener Einrichtung komplett neu konzipiert. Eine entscheidene Rolle dabei spielen Berliner Architekturstudenten. Sie haben in ihren Masterarbeiten Entwürfe vorgelegt, wie die neue Dauerausstellung auszusehen könnte. Rüschoff-Parzinger: „Ich bin total begeistert von ihrer Zwischenpräsentation." Am 24. Januar 2018 soll der Entwurf ausgewählt werden, der letztlich realisiert werden wird, wie die Dezernentin erläutert. Dieser werde am 29. Januar der Öffentlichkeit präsentiert. „Da werden interessante, spannende Wege beschritten." Im kommenden Jahr sollen dann auch die Einbauten beginnen und erste Aktivitäten im Preußenmuseum starten. Die komplett erneuerte Dauerausstellung soll dann Anfang 2019 für Besucher zugänglich sein, so Rüschoff-Parzinger.

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