Neues TV-Signal für OWL: Was Antennen-Kunden jetzt tun müssen

Dirk-Ulrich Brüggemann

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DVB-T-Empfänger, die per Antenne fernsehen, müssen umstellen. - © DPA
DVB-T-Empfänger, die per Antenne fernsehen, müssen umstellen. (© DPA)

Bielefeld. In den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr ist der neue DVB-T2-Fernsehempfang bereits seit letztem Jahr Standard. In der Nacht vom 24. auf den 25. April soll dann auch die Region Ostwestfalen-Lippe erfolgen. Umgestellt werden dann die Fernsehsender Hünenburg in Bielefeld, Teutoburger Wald bei Detmold und Minden.

Das neue DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) bietet dann hochauflösendes Fernsehen in bester digitaler Qualität. Nachteil: Empfangsgeräte, die nur den alten DVB-T-Standard unterstützen, sind durch die Umstellung wertlos, sie empfangen nicht mehr.

Was ist DVB-T2 HD?

Es ist die Weiterentwicklung des bisherigen digitalen Antennenstandards DVB-T, der aber die Übertragung von hochauflösenden Programmen nicht unterstützte.

Was sind die Vorteile?

Mit DVB-T2 HD ist es über Antenne möglich, Sender in gestochen scharfer Qualität zu empfangen. Mehr Bildpunkte und eine höhere Bildwiederholrate sind möglich. Außerdem kann der neue Standard mehr Sender übertragen.

Was sind die Nachteile?

Antennenzuschauer müssen ihre Geräte aufrüsten, beispielsweise mit einem externen Empfänger, der DVB-T2 HD auch unterstützt. Alle Geräte, die dafür geeignet sind, sind mit einem grünen Logo gekennzeichnet. Ebenfalls nachteilig: Wer über Antenne die Privatsender der RTL- und ProSieben/Sat1-Gruppen schauen möchte, muss diese kostenpflichtig abonnieren. Sie werden nur noch in HD ausgestrahlt, die kostenlose SD-Variante entfällt. Das HD-Abo von Freenet TV für die Privatsender schlägt mit knapp 70 Euro pro Jahr zu Buche. Die öffentlich-rechtlichen Sender in Hochauflösung bleiben auf jeden Fall kostenfrei und unverschlüsselt. Ihr Empfang ist mit der Rundfunkgebühr bereits abgegolten. Es wird aber weiterhin Regionen geben, in den die großen Privatsender nicht über Antenne zu empfangen sind.

Wer ist betroffen?

Von der Umstellung sind alle Fernsehzuschauer betroffen, die ihr Signal über eine Antenne empfangen, egal ob über Zimmerantenne oder Antenne auf dem Hausdach. Nutzer von Kabel- und Satellitenempfängern bleiben unberührt. Wer unsicher ist, sollte bei einem Radio- und Fernsehhändler nachfragen.

Was muss getan werden?

Alle Antennenzuschauer müssen nach der nächtlichen Umstellung einen Sendersuchlauf an ihrem Gerät starten. Das gilt auch dann, wenn sie bisher schon vereinzelt HD-Signale empfangen haben.

Fällt das alte Signal weg?

Ja, in der Regel ist mit der Umstellung das alte DVB-T-Signal nicht mehr verfügbar. Bis Mitte 2019 soll DVB-T bundesweit abgeschaltet sein, da die Frequenzen für den Mobilfunk gebraucht werden.

Ist Speicherung möglich?

Ja, benötigt wird ein aufnahmefähiger Receiver und ein Speichermedium, etwa USB-Stick oder Festplatte. Bei den öffentlich-rechtlichen Programm gibt es keine Einschränkungen. Komplizierter wird es bei den Privatsendern, die über den Anbieter Freenet TV empfangbar sind. Hier wird in der Regel ein aufnahmefähiger Rekorder von Freenet benötigt.

Wer braucht HEVC?

HECV (High Efficiency Video Coding) – häufig auch H.265 genannt – ist eine Kodiertechnik, die Datenmengen sehr effizient komprimiert. DVB-T2 HD nutzt diese Kodiertechnik und ermöglicht so die hochauflösenden Fernsehbilder. Für Fans des ultrahochauflösenden Fernsehens (UHD, oft auch als 4k bezeichnet) ist diese Technik wichtig, weil einige UHD-Signalquellen mit HEVC komprimiert werden.

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