Ein Lipper führt Panzerartilleriebataillon 215 bis zur Auflösung

Oberstleutnant Roman Paschek schließt die Türen zu

Thorsten Engelhardt

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Übernimmt die Führung für die letzten Tage des Artilleriebataillons: Oberstleutnant Roman Paschek (links). hier mit Brigadekommandeur Oberst Kai Ronald Rohrschneider und dem scheidenden Kommandeur der Panzerartillerie, Oberstleutnant Alexander Rommel. - © Thorsten Engelhardt
Übernimmt die Führung für die letzten Tage des Artilleriebataillons: Oberstleutnant Roman Paschek (links). hier mit Brigadekommandeur Oberst Kai Ronald Rohrschneider und dem scheidenden Kommandeur der Panzerartillerie, Oberstleutnant Alexander Rommel. (© Thorsten Engelhardt)

Augustdorf. Als letzter Kommandeur des traditionsreichen Panzerartilleriebataillons 215 wird Oberstleutnant Alexander Rommel in den Annalen stehen. Aber die Führung hat seit Freitag offiziell der Lemgoer Roman Paschek inne. Am 30. Juni 2015 wird das Panzerartilleriebataillon 215 außer Dienst gestellt. Oberstleutnant Roman Paschek (49) wird dann den Schlüssel umdrehen. Freitag hat ihn der Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, Oberst Kai Ronald Rohrschneider, offiziell mit der Führung der verbliebenen 400 Soldaten betraut.

Paschek ist formal stellvertretender Kommandeur, denn der Posten des Bataillons-Chefs, den Alexander Rommel bis Freitag inne hatte, wird nicht noch einmal neu besetzt. Aber dem Lemgoer, der auch schon in den vergangenen Monaten die Fäden bei dem Verband in der Hand hielt, wird es nun obliegen, die noch notwendigen Dinge bis zur Auflösung der Einheit zu tun. Rommel wechselt an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg, wo er in der Generalstabsausbildung tätig wird.

Die Auflösung des Bataillons und die nächsten Posten der Soldaten stehen im Mittelpunkt der kommenden Monate. Etliche Soldaten und einiges Material haben die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne schon verlassen. Alexander Rommel hoffte in seiner Abschiedsrede, dass jeder die Folgeverwendung erhalte, die seinen Vorstellungen am nächsten komme. Dass nicht jeder zufrieden sei und auch noch nicht alle wüssten, wo sie letztlich bleiben, verhehlte Brigadekommandeur Rohrschneider nicht. Genau das sei aber wichtiger als alles andere, sagte er.

Rohrschneider bescheinigte dem Bataillonskommandeur eine „exzellente Leistung“ - ob in Augustdorf oder im Auslandseinsatz im ISAF-Hauptquartier in Kabul. Rommel selbst dankte seiner Truppe, die er fast zwei Jahre geführt hat, für eine Kultur des Miteinanders und des Vertrauens.

Die letzten Monate der „lippischen Artillerie“ liegen nun in den Händen von Oberstleutnant Roman Paschek, der in Bergen geboren wurde, und heute in Lemgo lebt. Er engagiert sich dort auch in der Kommunalpolitik als Sachkundiger Bürger für die CDU.

Paschek begann seine militärische Karriere 1983 bei der Nationalen Volksarmee der DDR und wurde dort zum Artillerieoffizier ausgebildet. Er wechselte 1991 in die Bundeswehr, diente in Homburg/Efze. Außerdem studierte Paschek Maschinenbau. Seit 1996 war er als Offizier beim Panzerartilleriebataillon 215 tätig, unter anderem als Chef der ersten Batterie. Von 2005 bis 2013 durchlief er allerdings Verwendungen im Streitkräfteamt in Bonn, bevor er nach Augustdorf zurückkehrte.

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