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Augustdorf

Kritik: Realschulleiterin bemängelt Platz und Ausstattung

Thorsten Engelhardt, Guntmar Wolff

Augustdorf. Iris Naumann ist frustriert. „Wir platzen aus allen Nähten", erklärt die Schulleiterin der Augustdorfer Realschule im Gespräch mit der LZ. Bestimmte Dinge bedrücken sie. „Ich habe wirklich gedacht, dass wir hier eine gut funktionierende Verwaltung in der Schule aufbauen könnten", erinnert sie sich an ihren Anfang vor zehn Jahren. Das sei jedoch aus vielen Gründen bisher nicht möglich. 

„Unser Verwaltungstrakt war für eine zweizügige Grundschule ausgelegt", so Naumann. Für die zu bewältigenden Aufgaben sei einfach kein Platz. „Wir mussten sogar einen Klassenraum zum Lehrerzimmer umfunktionieren", erklärt die Leiterin.

Auch müsse die Schule behindertengerecht umgebaut werden, es gebe bisher keine Behindertentoilette. „Das ist nicht, was wir uns unter einer guten Schule vorstellen", so Naumanns Resümee.

Abgesehen von den sanitären Einrichtungen, müsse auch die technische Infrastruktur verbessert werden. Die Schule ist laut Naumann noch nicht ans Breitbandnetz angeschlossen. Bisher behelfen sich die Lehrer mit einem WLAN-Netz, das mit Hilfe eines Vaters in Teilen des Gebäudes aufgebaut worden sei. „Man weiß seit sieben Jahren, dass die Erich-Kästner-Schule ausläuft", so Naumann, die die Frage aufwirft, warum bisher noch nichts gemacht worden sei. „Wir geraten mit unserer Schule immer weiter ins Hintertreffen, wenn sich nicht etwas ändert", prognostiziert sie.

Dabei sieht sie die Verantwortung des Renovierungsstaus ausdrücklich nicht bei der Verwaltung der Gemeinde. Sie fügt hinzu: „Es kann doch nicht sein, dass wir über die Sanierung eines Freibades sprechen und unsere Schule dabei den Kürzeren zieht." Ein Umstand, den Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf genauso sieht. „Die Interkommunale Rechtsagentur Lippe hat festgestellt, dass die Gemeinde gehalten sei, zunächst die für die Pflichtaufgaben notwendigen Mittel bereitzustellen. Nur sofern noch freie Finanzmittel zur Verfügung stehen, können freiwillige Maßnahmen ergriffen und finanziert werden", erklärt Wulf und verspricht, das Thema am 5. September dem Haupt- und Finanzausschuss vorzulegen.

Heinrich-Georg Schneider (SPD) versichert indes, die in den Schulen erforderlichen Maßnahmen werde man immer umsetzen. Er setzt für die Finanzierung auf Fördermittel des Bundes, die explizit für Schulen vorgesehen seien. 1,2 Milliarden stünden NRW davon zu. Der Rat habe einstimmig beschlossen, darauf einen Antrag zu stellen. Das brauche aber noch etwas Zeit. Schneider verlangt, die Schuldiskussion von der Freibad-Frage zu trennen. Das Freibad solle nach Sanierung ja an die Gemeindewerke übergehen und dort refinanziert werden.

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