Augustdorfer Soldaten behaupten sich im Höhen-Feldlager Fayzabad

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Von Thorsten Engelhardt

Augustdorf/Fayzabad. Nicht nur in Kunduz, wo jüngst ein Soldat aus Bielefeld fiel, sind Augustdorfer Truppen stationiert. Auch in Fayzabad im Nordosten Afghanistans versehen sie Dienst.
Die LZ ist dabei: Hauptgefreiter Stefan S., aus Detmold (sitzend), Oberleutnant André U. aus Dörentrup (links), und Hauptfeldwebel Marian N. aus Augustdorf im Feldlager Fayzabad. 

 - © Foto: Bundeswehr
Die LZ ist dabei: Hauptgefreiter Stefan S., aus Detmold (sitzend), Oberleutnant André U. aus Dörentrup (links), und Hauptfeldwebel Marian N. aus Augustdorf im Feldlager Fayzabad.  (© Foto: Bundeswehr)
150 Soldaten des Panzerartilleriebataillons 215 kommen sich derzeit wohl eher vor wie Gebirgsjäger. Sie sind in Fayzabad stationiert - auf 1.200 Meter über dem Meeresspiegel, umgeben von Bergen mit bis zu 6.000 Metern Höhe.
Oberstleutnant Markus Lück (41), in Deutschland Kommandeur des Bataillons, in Fayzabad Chef des Stabes und stellvertretender Kommandeur des Provinz-Wiederaufbauteams (PRT) Fayzabad, nennt die Lage des Ortes denn auch "traumhaft". Doch Urlaub ist das Leben im Höhen-Feldlager nicht.
Die mehrheitlich tadschikische Bevölkerung der Region um Fayzabad sei der ISAF-Truppe gegenüber zwar freundlich gesinnt. Dennoch bewege man sich vorsichtig und gut vorbereitet durch das Terrain, so Lück. 
Wie nah die Gefahr ist, hat den Soldaten zuletzt erst der Tod ihres Kameraden Alexej Kobelew aus dem Panzergrenadierbataillon 212 in Kunduz gezeigt. Diese Nachricht hat auch im Camp für große Trauer und Bedrückung gesorgt. Die 4. Batterie der Augustdorfer Artilleristen stellt im wesentlichen die Schutzkompanie des Lagers, die 1. Batterie die Stabs- und Versorgungskompanie.

Die Soldaten der Schutzkompanie fahren nach Lücks Worten ständig Patrouillen, suchen den Kontakt zu der Bevölkerung und operieren gemeinsam mit den afghanischen Sicherheitskräften. Sie sicherten und unterstützten auch Wiederaufbauprojekte, berichtet der Oberstleutnant im Gespräch mit der LZ. 
Die 1. Batterie versorgt sie hingegen mit allen nötigen Gütern, bereitet die Einsätze vor und wartet die Fahrzeuge. Für Mensch und Material seien die Verhältnisse enorm Kräfte zehrend, so Lück. Die Menschen spürten besonders die Hitze - die Temperaturen lägen deutlich über 30 Grad - und die Höhe. Die Fahrzeuge litten unter dem Gelände. 
Auf Informationen aus Lippe und dem Rest der Welt brauchen die Soldaten indes genauso wenig zu verzichten wie ihre Kameraden in Kunduz oder Masar-I Sharif. Die Lippische Landes-Zeitung hat ihnen die Möglichkeit eröffnet, die E-Paper-Ausgabe im Einsatzzeitraum kostenlos zu lesen. 
Ereignisse wie die Anschläge in Kunduz drückten natürlich die Stimmung. Aber die einzelnen Soldaten warten auf den Tag ihrer Heimkehr. So wie Marian N., Hauptfeldwebel aus Augustdorf, in der Personalabteilung und als Verantwortlicher für die Flugplanung eingesetzt: "Ich freue mich wieder darauf, jeden Morgen den Herrmann zu sehen und mit meinem Motorrad durchs schöne Lipperland zu düsen."  
Oberleutnant André U. aus Dörentrup hat sich Lippe an den Hindukusch geholt. "Ich vermisse meine Familie, aber auch den Teutoburger Wald und meine lippische Heimat. Über meinem Wohncontainer habe ich extra die lippische Fahne gehisst. Damit wir Lipper auch kulinarisch nah der Heimat sind, habe ich mir von zu Hause Grünkohl, Mettenden und Sommerwurst schicken lassen."

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