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Bad Salzuflen

Politik plant Kita am Rathaus

Heidi Stork, Katrin Kantelberg

Bad Salzuflen. Der Bedarf ist unbestritten. Für das kommende Kindergartenjahr fehlen mehr als 80 Plätze. Einen Neubau wird es voraussichtlich auf dem Rathaus-Areal geben. Noch ungewiss ist indes, an welcher Stelle die neue Kita dort entstehen soll.

Damit will die Stadt erstmals nach gut 20 Jahren wieder eine Kindertagesstätte in Eigenregie bauen. Im Jugendhilfeausschuss war der Bau Thema. Zuvor hatte die Verwaltung eine Vorlage mit möglichen Standort-Alternativen präsentiert. So kommen neben dem favorisierten Grundstück am Rathaus noch ein Gelände neben der Grundschule Knetterheide und eins am Knonhof im Werler Feld in Frage.

Große und kleine Helfer feiern ein buntes Richtfest - © Heidi Stork
Große und kleine Helfer feiern ein buntes Richtfest (© Heidi Stork)

An diesen drei Standorten könnten die Planungen aufgrund des vorhandenen Baurechts sofort beginnen. Anders sieht es mit der vierten städtischen Fläche am Elkenbreder Weg aus. Dort müsste erst ein Bebauungsplan aufgestellt werden – das aber dauert durchschnittlich eineinhalb Jahre.

Aufgrund der zentralen Lage und des möglichen schnellen Baubeginns favorisierte die Verwaltung daher den Standort am Rathaus, zwischen Walhalla und Beetstraße. Dem allerdings konnten die Politiker nur bedingt folgen. Die verkehrsgünstige Lage, die für Eltern aus dem ganzen Stadtgebiet gut anfahrbar sei, hob zwar auch Sigrid John (SPD) hervor, allerdings hielt sie den Standort an den beiden großen Straßen für zu lärmintensiv. Für die SPD forderte sie daher die Verwaltung auf, auf dem Rathaus-Gelände nach einem Alternativstandort zu suchen. Dem schloss sich auch Bert Kaufmann (CDU) an.

Generelle Bedenken gegen den Standort am Rathaus äußerte hingegen Joachim Uetermeyer für die Liberalen. Er verwies darauf, dass es sich bei dem Gelände um das letzte Filetstück in städtischer Hand handele und sich die Stadt durch die Kita möglicherweise Optionen verbaue, die Fläche gewinnbringend zu vermarkten. Auch aufgrund des starken Verkehrs schlug er daher vor, die alternativen Standorte in die engere Wahl zu nehmen.

Einig waren sich alle, dass weiterer Bedarf bestehe, und es voraussichtlich langfristig nicht bei einer neuen Kita bleiben werde. Daher ging die Bitte an die Verwaltung, die Eignung der übrigen Standorten weiter zu prüfen.

Sigrid John lehnte allerdings einen Neubau neben der Grundschule Knetterheide ab. Schon jetzt seien dort die Anwohner durch den starken Bring- und Abholverkehr der Eltern stark belastet. Eine Vertreterin des Kita-Elternrates brachte erneut das Grundstück am Elkenbreder Weg ins Spiel. Auch dort sei der Bedarf groß, als Übergangslösung könnte gegebenenfalls die leer stehende Schule in Retzen dienen, in der derzeit noch die Kinder der Kita Weidenbusch untergebracht sind.

Letztlich einigten sich die Politiker gegen die Stimmen der FDP auf das Gelände am Rathaus. Die Verwaltung wurde allerdings aufgefordert, einen weniger lärmintensiven Standort auf dem Areal zu suchen.

Große und kleine Helfer feiern buntes Richtfest

Die Zeiten im Übergangsquartier in Retzen haben bald ein Ende. Am Neubau des Kindergartens am Weidenbusch wurde Richtfest gefeiert. Gut 1,2 Millionen Euro investiert die Trägerin der Einrichtung, die Stiftung Eben-Ezer, in den Neubau. Die Kita-Kinder bereicherten das Fest mit einer neuen Interpretation des Liedes „Wer will fleißige Handwerker sehen".

Udo Zippel von der Stiftung Eben-Ezer ging in seiner Rede auf die lange Vorgeschichte ein. Erst der große Wille von Mitarbeitern und Eltern habe das Projekt möglich gemacht, betonte er. Passend zum 50-jährigen Bestehen des Kindergartens soll im Herbst der Einzug gefeiert werden.

„Wenn es optimal läuft, kann der U3-Bereich direkt nach den Sommerferien bezogen werden", hoffen Kita-Leiterin Angelika Fabri und ihr 20-köpfiges Team. Nach Fertigstellung des Neubaus wird die Kita am Weidenbusch Platz für 85 Kinder bieten, davon 20 Plätze für die U3-Betreuung und 65 Plätze für die Drei- bis Sechsjährigen. Bis dahin kommen die Kleinen in der leer stehenden Grundschule Retzen unter, zu der sie täglich mit dem Bus gefahren werden.

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