Standort der Schwengelpumpe in Schötmar ist umstritten

Stefan Backe

  • 0
Alt und neu: Seit 1991 gibt es das Wasserspiel auf dem Marktplatz samt Steinen und Skulpturen. Die Schwengelpumpe (links) ist jetzt direkt daneben einbetoniert worden – sie ist aber ohne Funktion. - © Stefan Backe
Alt und neu: Seit 1991 gibt es das Wasserspiel auf dem Marktplatz samt Steinen und Skulpturen. Die Schwengelpumpe (links) ist jetzt direkt daneben einbetoniert worden – sie ist aber ohne Funktion. (© Stefan Backe)

Bad Salzuflen-Schötmar. „Schötmaraner begrüßen ,ihre‘ Pumpe." Mit diesen Worten beginnt der CDU-Stadtverband Salzuflen eine Pressemitteilung zu einer Neuerung auf dem Marktplatz. Doch damit sprechen die Verfasser offenbar nicht für alle Einwohner. Jürgen Beckmann, einst Initiator des Wasserspiels in Schötmars Mitte, schäumt vor Wut und will eine Umsetzung erreichen.

Zunächst die lobenden Worte: „Nachdem der Ortsausschuss Schötmar auf Initiative der örtlichen CDU entschieden hat, die Schötmaraner Schwengelpumpe aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen und auf dem Marktplatz aufzustellen, ließen es sich die Mitglieder der CDU Schötmar nicht nehmen, zusammen mit Stadtverbandsvorsitzender und Landtagskandidatin Heike Goerder das Prachtstück direkt nach der Installation in Augenschein zu nehmen", heißt es in der Pressemitteilung.

Links zum Thema

Demnach sei die Schwengelpumpe „eine gelungene Ergänzung für das bestehende Ensemble, das auch in Schötmar Wasser erlebbar macht", urteilt das CDU-„Begrüßungskomitee" und sieht eine weitere Attraktivierung des Marktes.

Jürgen Beckmann, ehemaliger CDU-Ratsherr und Ex-Vorsitzender des Bürgervereins Schötmar. ist da ganz anderer Meinung. Er macht in den sozialen Netzwerken Front gegen den Standort der Pumpe, die zuletzt in der Begastraße an der Eisdiele stand, dann aber einige Jahre in einem Lager der Stadtwerke untergebracht war.

„Die Schwengelpumpe ist schön. Aber sie hat keinerlei Historie und keinen städtebaulichen Wert. Es gibt für sie wunderbare Stellen in Schötmar – aber doch nicht fast auf einem von allen geliebten Brunnen-Ensemble", schreibt der Schötmaraner. Als Erklärung seiner Wut mag dienen, dass er nach eigenem Bekunden lange um und für den Brunnen gekämpft hatte, bevor dieser 1991 eingeweiht wurde. Nun kündigt er an, den Standort der Pumpe zur Not per Bürgerantrag noch einmal ändern zu wollen.

Jochen Heidbreder, Vorsitzender des Bürgervereins Schötmar, sieht die Angelegenheit auf Anfrage der LZ derweil gelassener. Gleichwohl gibt er – zudem selbst an der Standortsuche der Stadtverwaltung beteiligt – kritisch zu: „Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist das schon, so wie es jetzt aussieht." Immerhin sei die Pumpe aber nun zurück in Schötmar.

Ins gleiche Horn stößt der Schötmaraner Ortsausschussvorsitzende Klaus-Peter Wind (CDU): „Wir sind erst mal froh, dass die Pumpe überhaupt wieder da ist." Sie sei ein „Spielgerät", das von den ersten Kindern bereits wieder genutzt worden sei. Auch ein späterer Wasseranschluss sei eventuell denkbar, da die Leitungen des Brunnens vorhanden wären.

Auch hier widerspricht Jürgen Beckmann: „Wir mussten die Pumpe damals zulöten, weil es Probleme mit der Wasserqualität gab. Das kann so gar nicht wieder in Betrieb gehen." Ob die Pumpe zum Spielgerät taugt, ist ebenfalls fraglich. Bei einem Funktionstest fand die LZ keinerlei bewegliche Teile...


Zwischenruf: "Brunnen-Posse"

von Stefan Backe

Der Schötmaraner fühlt sich gegenüber Salzuflen gerne mal benachteiligt. Da ist es nur verständlich, dass auch der zweite Stadtkern der Großgemeinde gerne eine Brunnen-Posse hätte. Geysir oder Marktbrunnen lassen grüßen. In dieser Hinsicht ist der neue Standort der Schötmaraner Schwengelpumpe ein voller Erfolg.

Noch offensichtlicher kann ein Objekt kaum deplatziert werden. Zumal sich offenbar – und das wäre Grundvoraussetzung für den gewählten Platz – niemand Gedanken darüber gemacht hat, ob und wie die Pumpe in Zukunft ebenfalls wieder Wasser speien könnte. Nach Informationen der LZ müsste dafür erst einmal kräftig in die Technik investiert werden. Salzuflen und seine Brunnen – ein Quell ewiger Inspiration. Für Satiriker.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2021
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare