Großevent zum 30. Umwelttag an der Heerser Mühle

Sven Kienscherf

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Protest: Geschäftsführer Ulrich Kaminsky, Künstler Andreas Beerens und der Vorsitzende des Trägervereins, Dr. Peter Bausch (von links), stehen dort, wo in ein paar Jahren möglicherweise die Trasse der B 239 n verläuft. Mit der Skulptur im Hintergrund, die an die Figuren der Osterinseln erinnert, wollen sie gegen den Bau demonstrieren. - © Sven Kienscherf
Protest: Geschäftsführer Ulrich Kaminsky, Künstler Andreas Beerens und der Vorsitzende des Trägervereins, Dr. Peter Bausch (von links), stehen dort, wo in ein paar Jahren möglicherweise die Trasse der B 239 n verläuft. Mit der Skulptur im Hintergrund, die an die Figuren der Osterinseln erinnert, wollen sie gegen den Bau demonstrieren. (© Sven Kienscherf)

Bad Salzuflen. Für das Umweltzentrum Heerser Mühle (UWZ) steht ein runder Geburtstag bevor. Zum 30. Mal wird am Sonntag, 30. Juni, der Umwelttag veranstaltet: „Das größte ökologische Volksfest der Region", wie Geschäftsführer Ulrich Kaminsky mit einem Augenzwinkern sagt. Um die 100 Aussteller freuen sich am letzten Juni-Tag von 10 bis 17 Uhr auf Gäste an der Adresse Heerser Mühle 1-3. Das Fest ist ein Aushängeschild für Bad Salzuflen geworden", so Kaminsky.

Die Organisation: Er und rund 100 ehrenamtliche Mitarbeiter, die an diesem Tag im Einsatz sind, erwarten bis zu 8000 Besucher. „Wenn das Wetter stimmt", wie Kaminsky feststellt. Er selbst ist seit rund 20 Jahren im UWZ aktiv, die Anfänge des Umwelttags liegen noch vor seiner Zeit. „Ich glaube, zu Beginn waren es 20 bis 30 Stände." Das ganze Jahr über seien jetzt etwa drei Leute mit der Organisation der Veranstaltung beschäftigt. „Nach dem Umwelttag ist vor dem Umwelttag." Mit dafür verantwortlich seien auch die über die Jahre immer anspruchsvoller gewordenen Auflagen. „Das ist teilweise der Wahnsinn", sagt Dr. Peter Bausch, Vorsitzender des Trägervereins des UWZ.

Das Programm: Ein Höhepunkt wird die Aufführung des Hölderlin-Stücks „Der Tod des Empedokles" sein (siehe Kasten). Nach der Eröffnung um 10 Uhr und verschiedenen Grußworten, unter anderem von Landes-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, geht es weiter mit dem ökumenischen Gottesdienst unter der Remise. Auf dem Kinder- und Kulturprogramm stehen unter anderem die Gruppe „Westwind" (11 Uhr), das Kindertheater Sauresani (12 Uhr) und die Sängerin Sora aus Kassel (16 Uhr). Auftreten werden auch die „WSA-Band" aus Herford und Bands der Musikschule Bad Salzuflen. „Neben dem Handwerkermarkt und den Ausstellern sind wie immer Schulen, Kindergärten und andere Institutionen dabei", sagt Kaminsky.

Das Anliegen: Den Umwelttag wollen die Veranstalter auch nutzen, um auf die aus ihrer Sicht verheerenden Folgen des geplanten Baus der B 239 n für das Umweltzentrum hinzuweisen. Künstler Andreas Beerens formt dafür derzeit mit der Motorsäge drei fast baumhohe Figuren aus dem Holz, die den Steinstatuen auf den Osterinseln nachempfunden sind. Sie sollen, mit einem Banner gegen den Bau der Bundesstraße ausgestattet, dort stehen, wo nach Angaben von Kaminsky die Böschung verläuft, sollte es zum Neubau kommen. Die zweispurige Fahrbahn würde in vier Metern Höhe direkt an der Grünanlage des UWZ vorbei führen und Teile des Geländes durchschneiden. Unmittelbar betroffen wären laut Kaminsky der Steingarten und der Bienenlehrpfad.

„Spätestens seit den Freitagsdemos sollte jedem klar sein, dass man nicht nur über den Klimawandel reden sollte, sondern jetzt auch handeln muss", meint Kaminsky. „Der Verzicht auf ein völlig unsinniges Straßenneubauprojekt wäre da ein wichtiger Anfang." Seit Jahrzehnten hat sich das Umweltzentrum auf die Fahnen geschrieben, Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu bringen. Er habe den Eindruck, das sich momentan viele junge Menschen für die Themen interessierten, sagt Kaminsky. Und Bausch ergänzt: „Was man als Kind gelernt hat, vergisst man nicht."

"Der Tod des Empedokles"

Das Werk Friedrich Hölderlins „Der Tod des Empedokles" ist laut Veranstaltern des Umwelttags das erste Umweltdrama überhaupt, auch wenn es noch vor der industriellen Revolution geschrieben wurde. Der Schauspieler Peter Trabner wird am Veranstaltungstag um 12.30 Uhr am Kinderspielgelände ausgehend vom Originaltext aktuelle Themen mit in sein Spiel einbeziehen.

So wird er in einem Monolog an einem Baum Aspekte wie Mitwelt, Artenvielfalt, Plastikflut und Vermüllung mit aufgreifen, heißt es in der Ankündigung der Veranstalter. Trabner habe seine eigene „nachhaltige" Theaterinszenierung entwickelt. Die Besucher können sich demnach auf ein „temporeiches und spielfreudiges" Parktheater freuen.

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