Blomberg. Wenn Knut Winkelmann als Chef der Blomberger Sparkasse im September in den Ruhestand wechselt, wird ab Oktober eine Frau auf seinem Stuhl sitzen. Die 44-jährige Kerstin Jöntgen hat das Rennen unter 40 Bewerbern um seine Nachfolge gemacht.
Die Neubesetzung des Postens ist ein Bekenntnis der Stadt Blomberg zur Eigenständigkeit der Sparkasse, betont Verwaltungsratsvorsitzender Klaus Geise. Kerstin Jöntgen leitet zur Zeit noch die Kreissparkasse in Stendal, hat sich jetzt aber bewusst für ein Institut in einer kleinen Stadt entschieden, wie sie betont.
Ganz offen geht Kerstin Jöntgen mit dem Grund um, warum sie die Kreissparkasse Stendal vor Ende der Amtszeit (2016) verlässt: Hier war sie 2010 angetreten, um einen großen Schlamassel zu beseitigen. Ihrem Vorgänger wird ein Millionenbetrug vorgeworfen. "Da ermittelt die Staatsanwaltschaft, darum darf ich dazu nichts sagen", betont sie. Redaktionschef Marc Rath von der Volksstimme in Sachsen-Anhalt hat ihren Werdegang in Stendal journalistisch begleitet: "Sie hat personell und strukturell durchgegriffen", bescheinigt er ihr. Das sei aber nicht überall auf Gegenliebe gestoßen – vor allem nicht beim Landrat, der ihr ein Signal auf Vertragsverlängerung nach 2016 verweigert habe.
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- Jöntgens Rücktritt wird Thema im Kreistag