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Blomberg

Brüntruper besitzt 1.395 Feuerwehrhelme aus der ganzen Welt

Blomberg-Brüntrup. Detlef Ullrichs Herz brennt für die Feuerwehr – ganz besonders aber für historische Helme. Die sammelt er seit Jahren. 1395 Stück aus 57 Ländern, von Angola bis Zypern, befinden sich in seinem Eigentum und füllen zwei Räume sowie den ganzen Dachboden.

Zudem besitzt der Sammler fast alle zu erhaltenen Feuerwehr-Ehrenzeichen der Bundesrepublik und welche aus der ehemaligen DDR sowie 2.000 Ärmelabzeichen. „Ich habe vor einiger Zeit erst alles renoviert", erzählt Ullrich.

Regale, die bis zur Decke reichen, sind gefüllt mit Feuerwehrhelmen. Kopfbedeckungen, die er getauscht und gefunden hat oder, die ihm mitgebracht wurden. Er kennt jeden Helm und weiß, wo er steht. Alles ist im Computer dokumentiert. Zudem hat er einen eigenen Katalog erstellt.

Die Sammelleidenschaft Ullrichs begann, als die Brüntruper Wehr ihr Gerätehaus aufräumte und er zwei historische Helme fand. Er nahm diese mit nach Hause und restaurierte sie. Da er selber auch gerne reist, brachte er häufig Helme mit. „Ich bin in eine Feuerwehrwache gegangenen und habe mich dort durchgefragt, ob die eventuell Helme für mich haben", erzählt Ullrich.

„Mich interessieren vor allem die Exemplare, die zum Schutz getragen wurden, keine neu auf den Markt gekommenen", sagt er. Davon besitzt er zwar auch einige, aber sein Interesse gilt den genutzten Kopfbedeckungen. Kopfbedeckungen aus Frankreich, Kopenhagen, Portugal stehen im Regal und zu jedem gibt es eine Geschichte, wie Ullrich sie bekam.

„Ich kenne viele Sammler auch in Übersee aber ich schätze mal, ich habe weltweit die größte Sammlung mit historischen Helmen", so Ullrich. In Portugal fand der Brüntruper richtige Freunde und der Feuerwehrpräsident hatte den Befehl gegeben, ihm alle zur Verfügung stehenden Helme auszuhändigen. Er bekam 45 Stück, die er per Post nach Hause schicken musste, weil sie nicht mit in den Flieger gingen.

Aus Frankreich stammt der älteste Helm, der sich in seinem Besitz befindet.

Es ist ein Kommandantenhelm ist aus dem Jahre 1830. Er ist aus Messing. Der neueste stammt aus Italien und ist aus dem Jahr 2016. Die Sammelstücke sind aus unterschiedlichen Materialien hergestellt, wie aus Leder, Stahl, Aluminium, Kunststoff oder Filz. Auch aus Neuseeland, Japan, Albanien, Algerien, Zypern, Malta, Singapur, Italien, Türkei, Syrien und weiteren Ländern besitzt er Exponate.

Besonders stolz ist er auf fünf Helme aus Monaco, denn die seien schwer zu bekommen. Ullrich hegt und pflegt seine Feuerwehrhelme und beschäftigt sich mit der Historie. „Ich habe jeden Helm schon auseinandergebaut, gesäubert, restauriert und wieder zusammengesetzt", erzählt er. Damit sie nicht so schnell anlaufen, verwendet er Zaponlack.

Lederhelme bekommen Fett.

„Ich hänge an jedem einzelnen Helm", so Ullrich. Er brauche sie alle um sich herum. „Ich will die sehen, sonst bin ich nicht glücklich". Dennoch will er seine Sammelleidenschaft in Zukunft etwas ruhiger angehen lassen. „Ich werde nicht mehr so direkt suchen aber wenn ich auf meinen Reisen an einer Feuerwehrwache vorbei komme, dann führt mich mein Weg sicherlich hinein."

Ehrenamtler

Detlef Ullrich trat 1973 in die Freiwillige Feuerwehr Brüntrup ein. Nach der Gemeindereform wurde er Mitglied der Löschgruppe Cappel. Nach zwölf Jahren als Jugendwart, wurde er 1991 stellvertretender Löschgruppenführer und 1994 Löschgruppenführer. Diese Position bekleidete er bis 2006.

Heute verrichtet er seinen Feuerwehrdienst als Hauptbrandmeister und ist Gruppenführer. Zudem ist er als Ausbilder tätig. Für diesen 30-jährigen Einsatz wurde er bereits mit dem Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbands in Bronze ausgezeichnet. Er ist darüber hinaus Träger der Ordensspange der Stadt Blomberg.

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