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Detmold

Zwei neue Gemälde für die Arminius-Ausstellung im Landesmuseum

Ludwig Fahrenkrog - Germania es kommt dein Tag - © Foto: Lippisches Landesmuseum Detmold
Ludwig Fahrenkrog - Germania es kommt dein Tag (© Foto: Lippisches Landesmuseum Detmold)

Detmold. Bedeutenden Kunst-Zuwachs verzeichnet das Landesmuseum in Detmold für seine Ausstellung "Arminius, Thusnelda und die Schlacht im Teutoburger Wald". Finanziert wurde der Kauf von zwei Gemälden von der Lippischen Museumsgesellschaft für die eigenen Angaben zufolge deutschlandweit umfassendste Sammlung zur Rezeptionsgeschichte der Schlacht im Teutoburger Wald.

Gekauft wurde Franz Schröders "Schlacht im Teutoburger Wald". Das Gemälde sei ein wichtiger Beleg zur Popularität des Themas in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. "Das Bild spiegelt den Zeitgeist wieder. Im Zuge der Gründung des Deutschen Reiches entstanden zahlreiche Bilder mit verklärten Motiven rund um den wiederentdeckten Nationalhelden Arminius", erläuterte Museumsdirektor Dr. Michael Zelle bei einem Pressetermin.

Zwei neue Gemälde fürs Landesmuseum - © Detmold
Zwei neue Gemälde fürs Landesmuseum (© Detmold)
Franz Schröder, Schlacht im Teutoburger Wald - © Foto: Lippisches Landesmuseum Detmold
Franz Schröder, Schlacht im Teutoburger Wald (© Foto: Lippisches Landesmuseum Detmold)

Das zweite Gemälde heißt "Germania es kommt dein Tag" und wurde vom völkischen Dichter, Schriftsteller und Maler Ludwig Fahrenkrog nach dem Ersten Weltkrieg gemalt. Geprägt vom, als schmachvoll empfundenen, Versailler Vertrag, malt Fahrenkrog "Germania", die Verkörperung Deutschlands. Die in Ketten gelegte Germania kniet vor Arminius, dem Helden, der Deutschland zu alter Stärke führen soll. "Fahrenkrog sprach mit seinem Gemälde vor allem Rechtskonservative und völkische Gesellschaftskreise an. Die Popularität dieses Bildes lässt sich an zahlreichen Postkarten mit diesem Motiv ablesen" erklärt Zelle.

Das aus heutiger Sicht martialisch wirkende Gemälde sei ein Spiegelbild der vorherrschenden Überzeugung der Nachkriegszeit. "In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurden weder die Verträge von Versailles, noch die Tatsache, dass Deutschland den Krieg militärisch verloren hatte, akzeptiert. Es gab eine Sehnsucht nach Stärke und Heldentum, die sich in Kunstwerken jener Zeit wiederfindet", so Zelle.

Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie
Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr zu geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

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