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Detmold

Dach und Fassaden sind dicht

Detmold. Auf der Bibliotheks-Baustelle an der Hornschen Straße ist ein wichtiges Etappenziel erreicht: Vor dem Wintereinbruch ist das Gebäude „wetterfest“. Im provisorisch beheizten Bau können jetzt die Innenarbeiten weitergehen.

„Die Fassade samt Fenstern ist weitgehend fertig gestellt, Dachdämmung und Dachabdichtung des Hauptgebäudes sind ebenfalls komplett“, zählt Markus Nabrotzki, projektverantwortlicher Architekt des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) NRW in Bielefeld, auf. Der BLB hat den Bau geplant und errichtet ihn als Bauherr für die Musikhochschule. Diese kooperiert für das Vorhaben mit dem Landesverband als Hausherr der Landesbibliothek und der Universität Paderborn. Rund 7,5 Millionen Euro kostet das Zentrum, das unter dem Namen „Forum Wissenschaft/Bibliothek/Musik“ ab Sommer 2015 seinen Betrieb aufnehmen soll. Dem steht derzeit nichts im Wege: „Wir liegen voll im Zeit- und Kostenplan“, sagt BLB-Pressesprecher Carsten Pilz.

Carsten Pilz

Draußen sind Bauarbeiter damit beschäftigt, die Natursteinfassade auch an der vierten und letzten Gebäudeseite anzubringen, drinnen wird der Estrich eingebaut - der Putz ist größtenteils bereits an den Wänden. Wer das Herzstück der künftigen Bibliothek, den zweigeschossigen, hellen Lesesaal, betritt, dem bietet sich durch die raumhohe Fensterfront schon jetzt der Blick auf Landesbibliothek samt beinahe komplett erhaltenem Baumbestand, den später die Bibliotheksbesucher genießen können. „Da kriegt man richtig Lust, selbst noch mal zu studieren.“ Carsten Pilz lacht.

Die Ausschreibung für die Regale in der Bibliothek läuft derzeit. Auf der anderen Gebäudeseite schließen sich Büros und offene Bereiche an, die zum Teil als Besprechungsräume dienen sollen, so Nabrotzki. Dieser Bereich wird später von den Musikwissenschaftlern der Hochschule genutzt.

In der Gebäudemitte ist in einem abgeschlossenen Trakt die Technik untergebracht: die moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Zusammen mit der hochdämmenden Gebäudehülle sorge diese Technik dafür, dass die energetische Bilanz des Neubaus um 30 Prozent besser ausfalle, als die Energieeinsparverordnung dies vorsehe, so der Architekt.

Eine Besonderheit bilden acht Übe-Räume die auf zwei Etagen angeordnet sind. Damit die musizierenden Studenten später den Bibliotheksbetrieb nicht stören, musste hier besonders auf den Schallschutz geachtet werden. Das wird dadurch erreicht, dass die Räume nicht rechtwinklig angelegt sind – bei parallel verlaufenden Wänden ist der Hall stärker –, später werden die Wände zudem noch mit Schall absorbierenden Flächen ausgestattet. „Wir haben hier sehr viele unterschiedliche Funktionen in einem Gebäude untergebracht“, resümiert Nabrotzki.

Noch liegt erst die Sohlplatte für das Eingangsgebäude, das den Neubau später mit der Landesbibliothek verbinden soll. „Mit der Konstruktion und Verglasung wollen wir im Januar anfangen“, sagt Pilz.

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