Rittergut Hornoldendorf demonstriert Pflanzenschutz

Freya Köhring

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Hatten zum Hoftag geladen: Betriebsleiter Matthias Schmitfranz, Parlamentarischer Staatssekretär Horst Becker, Gutsbesitzer Dr. Arend Oetker, Dirk Sprute, Berater bei der Landwirtschaftskammer NRW, Projektbetreuerin Sonja Stutzke und Prof. Bernd Freier vom Julius-Kühn-Institut (von links). - © Freya Köhring
Hatten zum Hoftag geladen: Betriebsleiter Matthias Schmitfranz, Parlamentarischer Staatssekretär Horst Becker, Gutsbesitzer Dr. Arend Oetker, Dirk Sprute, Berater bei der Landwirtschaftskammer NRW, Projektbetreuerin Sonja Stutzke und Prof. Bernd Freier vom Julius-Kühn-Institut (von links). (© Freya Köhring)

Detmold-Hornoldendorf. Der Pflanzenschutz in der Landwirtschaft ist oft ein Streitthema. Maßnahmen sollen so ökologisch und effizient wie möglich sein. Dazu haben Fachleute auf dem Rittergut Hornoldendorf neueste Technik vorgestellt.

Der Betrieb von Dr. Arend Oetker nimmt als einer von 66 weiteren deutschen Betrieben an dem Modell „Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft teil. Mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von knapp 680 Hektar eignet sich das Gut laut Professor Bernd Freier vom Julius-Kühn-Institut, das die Betriebe unterstützt, als gutes Beispiel.

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Möglichst natürlich

Laut Gesetz handelt es sich beim integrierten Pflanzenschutz um eine Kombination aus möglichst vielen biologischen sowie ökologischen Verfahren und einem sehr geringen und vertretbaren Einsatz von chemischen Mitteln. Die Pflanzenschutzrahmenrichtlinie der EU fordert zudem ein gesundes Wachstum von Nutzpflanzen bei geringer Störung der landwirtschaftlichen Ökosysteme. Schädlinge sollen möglichst mit natürlichen Mitteln bekämpft werden. Die Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz, eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus dem Jahr 2010, setzen neueste Erkenntnisse und Verfahren in diesem Bereich um und präsentieren sie anderen Landwirten sowie der Öffentlichkeit. (fyk)

„Ziel ist es, unser Projekt vorzustellen, zu informieren und die Berufskollegen für integrierten Pflanzenschutz zu sensibilisieren“, fasst Sonja Stutzke, Projektbetreuerin von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die Intention des Hoftages zusammen. Gleichzeitig versuche die Kammer, das Thema der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Besonders hier komme es immer wieder zu Spannungen zwischen Touristen, Anwohnern, Fahrradfahrern und Landwirten, sagte Harald Kramer von der Landwirtschaftskammer NRW. Es gelte, solche zu vermeiden, indem aufgezeigt werde, wie beispielsweise moderne Maschinen arbeiteten.

„Wir wollen zeigen, wie man integrierten Pflanzenschutz optimal und verantwortungsbewusst einsetzt“, erklärte Bernd Freier. Das demonstrierten die Beteiligten an modernen Maschinen wie einem Düngerstreuer, der mit Sensoren den Nährstoffbedarf der Pflanzen erfasst und darauf abgestimmt düngt, sowie einer Pflanzenschutzspritze, die sehr präzise und gezielt die Schutzmittel auf die Pflanzen verteilt.

Der Bevölkerung solle ein bisschen die Skepsis genommen und aufgezeigt werden, dass die Landwirte sich mit dem Thema intensiv befassten, schilderte Dr. Anton Dissemond vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW.

Viele interessierte Landwirte, Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer sowie Kommunalpolitiker machten sich auf den Weg zum Hoftag, um sich zu informieren. Nach der offiziellen Begrüßung durch Gutsbesitzer Dr. Arend Oetker standen Vorträge zu modernen Spritzverfahren, Pflanzenschutzmitteln und Honigbienen auf dem Programm. Nach einem Pickert-Essen ging es für eine Vorführung hinaus aufs Feld.

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