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Detmold

Friedrichstaler Kanal prägt das Detmolder Stadtbild

Detmold. Zwischen 1701 und 1704 ließ Graf Friedrich Adolf den Friedrichstaler Kanal errichten. Er verband das Residenzschloss mit dem Landsitz am Büchenberg. Der Friedrichstaler Kanal gilt heute noch als das berühmteste Projekt des Grafen.

Friedrich Adolf hatte einige Zeit in Frankreich, den Niederlanden und Italien verbracht. Dies hatte Auswirkungen für die Stadtentwicklung Detmolds. So wollte er die Kernstadt erweitern und das sich darin befindende Renaissanceschloss mit dem knapp 1,2 Kilometer entfernten Landsitz verbinden. Der Friedrichstaler Kanal wurde zu diesem Zweck angelegt und konnte mit Gondeln befahren werden.

Vom Einstieg am Schloss ging es von Stangen gestoßen auf dem Schlossgraben zur Bruchpforte, die am heutigen Bruchberg lag. Mithilfe einer Schleuse ging der Weg weiter auf den Wallgraben in Richtung des Hornschen Tores, wo ein kleiner See angelegt war. Von diesem gingen Feuergräben ab. Auch die Waschfrauen vollbrachten hier ihr Tagwerk.

Entlang der Allee fuhren die Gondeln zum Neuen Palais, das seinerzeit Schloss Favorite oder später auch Friedamadolfsburg hieß. Eine zweite Schleuse, an derer Stelle heute ein kleiner Wasserfall zu sehen ist, ebnete den Weg entlang am Neuen Krug zu einer dritten Schleuse, die ins Friedrichstal führte.

Oberhalb des Damms hatte lag ein See, der mehrere Inseln beherbergte. Auf einer dieser, der sogenannten Viertürmeinsel, sollte einst ein Lustschloss gebaut werden. Die Pläne wurden nie umgesetzt, stattdessen standen dort nur vier Holztürme. Hier legten die Gondeln an, um die Gartenanlage am Hang des Büchenbergs zu erreichen.

Graf Friedrich Adolf, der 1718 verstarb, hinterließ ein finanziell ausgebeutetes Fürstentum. Die letzten Gondelfahrten fanden 1748 statt. Die Türme im Friedrichstal wurden abgerissen und das Seebett aufgefüllt, wodurch die heutige Inselwiese entstand.

2007 entschied der Detmolder Rat, die Planungen zur Sanierung des Friedrichstaler Kanals umzusetzen. In mehreren Bauabschnitten soll sich hier dem historischen Vorbild wieder genähert und die Parklandschaft entlang des Wassers wieder erfahrbar gemacht werden.

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