Detmold. In diesem Monat steht er noch zwei Mal in „Das Fest" auf der Bühne des Detmolder Landestheaters. Doch jetzt feierte Gustav Pezter Wöhler mit seiner Band und dem Publikum an gleicher Stelle schon wieder ein Fest. Das Jubiläumskonzert „Behind Blue Eyes" entwickelte sich dabei zu einer Feier von sehr individuellen Arrangements von Klassikern und Neuentdeckungen aus Pop und Rock. „Unser Jubiläum haben wir verpasst", blickt Gustav Peter Wöhler zwischendurch auf die Geschichte seiner Band zurück, „das 20-Jährige hatten wir schon vor zwei Jahren." Kein Grund, jetzt das 22. nicht zu feiern. Und zwar mit einem Streifzug durch Songs, die die Band seit Jahren begleiten. Mit der aktuellen Besetzung Kai Fischer an Flügel und Keyboard, Bassist Olaf Casimir und Gitarrist Mirko Michalzik, die dem Gesang Wöhlers jederzeit einen genialen aber unaufdringlichen Sound unterlegen, ist er auch schon zehn Jahre auf den Bühnen zuhause. Drei schöne Monate habe er in Detmold verbracht, erinnert sich Wöhler ein wenig wehmütig an das Schauspiel-Engagement. „Ich komme ja ursprünglich aus Herford – das ist nicht so schön", gewann er sein Publikum in der Residenz schon vor dem ersten Takt. Mit Nick Drakes „From the Morning" gelingt dem Quartett dies auf Anhieb auch musikalisch. Mit lässig unbeschwerter Stimme taucht Wöhler in diesen Song ein. Später ist es eine wunderbare Annäherung an das markante Organ von Annie Lennox, ohne den Versuch zu unternehmen, die Sängerin in deren Hit „Why" eins zu eins kopieren zu wollen. In all seinen Interpretationen von den Rolling Stones über The Police bis zu Johnny Cash macht es „Klick" beim Zuhörer, doch Wöhler bleibt immer auch Wöhler. Ob One-Hit-Wonder wie „One of us" von Joan Osborne oder das vom Publikum mit einem lauten „Ahhh" schon bei der Ankündigung aufgenommene „Short People" von Randy Newmann, immer wieder gelingt es der Band, den Titeln ganz viel Eigenes einzuhauchen, ohne deren Charakter zu verändern. Mit reichlich Humor – so klingt „Nur geträumt" mit einem endlosen „Nena, Nena, Nena ..." aus – und viel Bewegung von seinen drei Mitspielern verleiht Gustav Peter Wöhler dem allein schon musikalisch glänzenden Vortrag zusätzliche Würze. Tänzerisch bewegt er sich dabei in kurzen Passagen fast ballettös über die Bühne. Standing Ovations fordern am Ende eindringlich nach einer Zugabe. Beim „Waltzing Mathilda" stimmt dann der vollbesetzte Saal in den Refrain mit ein. Eine Stimmung, die auch die Musiker zu packen scheint. Immerhin braucht es drei weitere Zugaben, bis sich die begeisterten Zuhörer mit Eric Claptons „Wonderful Tonight" in diesen überaus gelungenen Abend verabschieden lassen.