Detmold. 36 Trucks und Stände, 400 Sitzplätze, mehrere tausend Besucher und bestes Wetter. Das ist die Kurzzusammenfassung des zweiten Street Food Festivals, das am Wochenende in der Innenstadt die Besucher begeistert hat. Neben Burgern, Hot Dogs, Rippchen & Co. gab es auch den ein oder anderen Tipp von den Standbetreibern. „Gutes Fleisch und gute Zutaten" – diese Empfehlung für einen gelungenen Burger kommt von einem, der es wissen muss. Harry Stock, Besitzer von „Teutoburger", zelebriert die „feine Art der Zubereitung eines richtigen Burgers", wie er es nennt. Wobei ihm und seinem Mitarbeiter am Wochenende nicht immer viel Zeit dafür blieb; wie etwa am Freitagabend, als es richtig voll war. Stock belegt seine Burger übrigens mit einer Scheibe Ziegenkäse und karamellisierten Zwiebeln, die in Balsamico-Essig geschmort wurden. Ein ganz besonderes Augenmerk müsse man bei der Zubereitung auch auf die Saucen legen. „Es darf nicht zu viel und nicht zu wenig sein", erklärt der Experte. Bei ihm gebe es eine Feigen-Senf- und eine Barbecue-Sauce, beide selbst gemacht. Acht Euro kostet der Burger. „Dafür bekommen die Gäste aber auch eine erstklassige Qualität", ist sich Stock sicher. Und er hat noch einen weiteren Tipp für die LZ-Leser parat: Früher sei häufig Schweine- und Rindfleisch für Burger genommen worden. Einen besseren Geschmack erreiche man aber mit reinem Rindfleisch. Und gerade das australische Fleisch sei für seine Konsistenz, Zartheit, Geschmacksintensität und Saftigkeit bekannt. Viele Besucher gaben dem Burgerexperten recht: „Das ist das Köstlichste, was ich jemals gegessen habe", schwärmte die Lemgoerin Heike Molder, während sie in den Burger biss. Und auch über die anderen Stände hatte sie nur Gutes zu sagen. „Es ist toll, mal etwas anderes und besonderes zu probieren, das hier geboten wird", fand Karin Starke aus Lemgo. Und Thomas Schweder aus Schloss Holte lobte: „Das ist einfach ein ganz tolles Erlebnis hier. Im vergangenen Jahr war hier alles sehr zusammengedrängt. Es ist schön, dass es sich in diesem Jahr entzerrt hat." Eine Aussage, die von vielen Besuchern zu hören war. Allerdings war nicht jeder mit der Entzerrung zufrieden. „Wir haben hier eher einen verhaltenen Besuch", berichtete Claus Mochmann von „Schneider BBQ", der im Bürgerpark seinen Standort bezogen hatte – seiner Ansicht nach zu abseits. „Wir haben hier einen Poffertjesstand und Gegrilltes, aber keinen Getränkestand", so Mochmann. Die Stimmung bei den anderen Händlern war indes positiv – auch bedingt durch das Ambiente. So waren es nicht nur die Leckereien, die bei den Besuchern gut ankamen. Sonnenliegen luden zum Entspannen ein, das Klavier verlockte Jung und Alt, sich selbst als Musiker auszuprobieren, und Kicker- und Tischtennistische brachten Spaß – der Bürgerstiftung sei Dank. Kurzum: eine entspannte Atmosphäre mit Urlaubsfeeling. „Einfach ein tolles Erlebnis", schwärmte auch Harry Stock, der kurzfristig noch seinen Privatgrill zum Einsatz bringen musste. Normalerweise, so erzählte er, grille er auf elf Flammen, doch bei diesem Gerät sei am Vorabend der Schlauch kaputt gegangen. So ein Missgeschick bringt den Profi aber nicht aus der Ruhe. „Wir haben alles gut geschafft", fasste Harry Stock die drei Tage zusammen. Besucherströme verteilen sich besser Die Organisatoren von der „Get Live"-Eventagentur haben sich gestern Nachmittag zufrieden gezeigt. „Es wird schwer, nächstes Jahr noch einen drauf zu setzen", sagte Jakob Bergmann. Die Besucher hätten positive Rückmeldungen zum Platzangebot gegeben, durch das nun mehr geboten werden könne. Was die vereinzelte Kritik aus den Reihen der Standbetreiber angeht, so erwägt er, dem Betroffenen nächstes Mal einen anderen Standort anzubieten. Peer Reese vom Ordnungsamt der Stadt Detmold berichtete am Sonntagabend ebenfalls von einem entspannten Verlauf der Großveranstaltung. Aus den Erfahrungen im vergangenen Jahr heraus, bei dem auf der Ameide aufgrund des großen Andrangs kein Durchkommen mehr gewesen war, seien entsprechende Schlüsse gezogen worden. Und da dieses Mal auch noch die Fußball-WM dazu kam und der Veranstalter mehr Trucks nach Detmold holen wollte, sei es unumgänglich gewesen, die Fläche zu erweitern. Das habe alles entzerrt. Freitag und Samstag wurde es in den Abendstunden voll, Stau blieb aber aus. In den übrigen Zeiten konnten die Besucher locker über die Ameide schlendern. Geröstete Grashüpfer als Höhepunkt Marokko, Polynesien oder Peru – das Landesmuseum nimmt seine Besucher unter dem Motto „Andere Länder, andere Speisen" mit auf eine kulinarische Weltreise. Museumsführerin Melanie Delker-Hornemann leitete die Spezialführung durch die Abteilung „Kulturen der Welt" und erzählte den Teilnehmern von ungewöhnlichen, spannenden oder exotischen Traditionen aus unterschiedlichen Nationalküchen. „Ich hoffe, Sie wissen, worauf Sie sich hier eingelassen haben, denn sie müssen mutig sein", erklärte die Museumsführerin gleich zu Beginn. Damit machte sie bereits Anspielungen auf die außergewöhnlichen Kostproben, die Teil der Führung waren. Los ging es aber erst einmal mit Französisch-Polynesien, einer Inselregion im Pazifik, die Delker-Hornemann zufolge nicht nur mit Freundlichkeit und Offenheit ihrer Bewohner glänze, sondern auch mit Fleisch, das in den traditionellen Erdöfen zubereitet wird. Dabei handele es sich um Konstruktionen aus glühenden Steinen, Palmblättern und Sand, mit denen das Braten zwar viel Zeit brauche, aber das Ergebnis besonders lecker schmecke. „Einen solchen Ofen kann man auch selber zu Hause nachbauen. Ich werde das auf jeden Fall mal machen", verriet die Museumsführerin. Die kleine Reise führte die Teilnehmer weiter zu kunstvollem Keramikgeschirr aus Marokko. Neben Pfefferminztee und Couscous zählen Datteln als Nachtisch zu den Spezialitäten des Landes. Diese wurden den Besuchern zum Probieren angeboten; und Delker-Hornemann gab den Tipp, den Kern der Früchte einzupflanzen. Zudem bestand die Möglichkeit, Gewürzmischungen kennenzulernen. Danach ging es um Kakaobohnen aus Mexiko. Auch hier gab es für Groß und Klein etwas zu naschen. Jeder konnte ein kleines Stück Schokolade mit 99 Prozent Kakaogehalt testen, die im Gegensatz zu Sorten mit geringerem Kakaoanteil bitter schmeckt. Über Peru und das Zubereiten der ungewöhnlichen Delikatesse Meerschweinchen ging es schließlich zum Höhepunkt der Kostproben: Neben in Salz und Zitrone gerösteten Grashüpfern pobierten die Besucher Tequila-Shots mit Zitrone und Chili. Mario Rakua, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Landesmuseum, ergänzte, dass man Tequila auf diese Weise in Mexiko genieße. Mit den Spezialitäten endete die historisch kulinarische Reise durch die verschiedenen Länder und Kulturen. Als Andenken bekamen die Teilnehmer eine Zusammenstellung der wichtigsten Rezepte der Länder.