Am Esstisch: Die Berufsschüler Ester Eggert (von links), Christoph Schmidt, Lars Jonas Schmidt, Thessa Malin Heck, Achim Kohnen und Georgina-Marie Depping werden am Felix-Fechenbach-Beurfskolleg in Detmold zu Hotelfachkräften ausgebildet. Sie verraten, was es am Esstisch zu beachten gilt. - © Bernhard Preuß

Lecker Lippe
So verhalten Sie sich als Gast bei einem Restaurantbesuch richtig

Am Esstisch: Die Berufsschüler Ester Eggert (von links), Christoph Schmidt, Lars Jonas Schmidt, Thessa Malin Heck, Achim Kohnen und Georgina-Marie Depping werden am Felix-Fechenbach-Beurfskolleg in Detmold zu Hotelfachkräften ausgebildet. Sie verraten, was es am Esstisch zu beachten gilt. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Bei einem Restaurantbesuch kann der Gast ins Grübeln kommen. Wo soll die Serviette hin? Wie nutze ich das viele Besteck? Und wohin mit den Händen? Die LZ hat eine Klasse angehender Hotelfachkräfte am Felix-Fechenbach-Berufskolleg zusammen mit ihrer Lehrerin Maria Klostermann gefragt, welche Benimmregeln zu beachten sind.

Vor dem Essen

Schon bevor ein Dinner losgeht, gibt es einige Dinge, die Gäste beachten sollten, wissen die angehenden Hotelfachkräfte. „Die Dame setzt sich auf jeden Fall zuerst", sagen die Auszubildenden. Auf Feiern dagegen, setzt sich zunächst der Gastgeber. Außerdem sollte ohne Reservierung nicht einfach an einem freien Tisch platzgenommen werden. Wenn der Platz dann nicht passend ist, ist es in Ordnung auch nach einem neuen Tisch zu fragen.

Essen

So sieht ein eingedeckter Tisch für fünf Gänge aus. - © Bernhard Preuss
So sieht ein eingedeckter Tisch für fünf Gänge aus. (© Bernhard Preuss)

Wenn es ein Menü gibt, und der Tisch bereits eingedeckt ist, kann das viele Besteck durchaus verwirren. Hier gilt: Einfach von außen nach innen vorarbeiten, erklären die Berufsschüler. Wer sich unsicher ist, darf ruhig beim Personal nachfragen. „Die Serviette gehört auf den Schoß und die Ellenbogen definitiv nicht auf den Tisch", sind sich die Berufsschüler einig. Die Hände werden lediglich bis zum Gelenk auf dem Tisch abgelegt. Gabel, Messer und Löffel sollten lediglich am unteren Teil gegriffen werden. Die Gabel bleibt dabei beweglich in der Hand. Legt der Gast beim Essen eine Pause ein, legt er sein Besteck in der sogenannten „20 vor 4"-Position auf den Teller. Die Gabel liegt mit der Rückseite nach oben. Wer fertig mit dem Essen ist, legt Messer und Gabel parallel nebeneinander in die „20 nach 4"-Position.

Getränke

Was trinke ich zu welchem Gericht? „Man darf natürlich generell trinken, worauf man Lust hat", ist die schlichte Antwort von Azubi Christoph Schmidt. Seine Kollegen stimmen zu. Wasser, alkoholfreie Biere, Soft- und Heißgetränke seien ebenso erlaubt, wie Wein. Wer sich aber unsicher ist, welcher Wein zu seinem jeweiligen Gang passt, der darf auf jeden Fall beim Kellner oder Sommelier nachfragen. Die Weingläser werden am Stiel festgehalten und so zum Mund geführt.

Gespräche

Grundsätzlich sind alle Themen erlaubt, streiten im Restaurant sollte man sich aber nicht. Gespräche über Politik oder Religion sollten daher besser vermieden werden, denn dabei könne es durchaus einmal lauter werden und die anderen Gäste stören. Auch Gespräche über Probleme und Krankheiten seien nicht so ideal. „Man will sich schließlich wohlfühlen beim Essen", sind sich die Schüler einig. Mit vollem Mund zu sprechen, zeuge ebenfalls nicht von guten Manieren. „Auf jeden Fall sollte das Smartphone in der Tasche bleiben."

Unerwünscht

"Es ist nicht so schön, wenn die Gäste nach dem Essen ihre Teller selbst stapeln oder ungefragt zwei Tische zusammenschieben", sagen die Azubis. Wer seinen Hund mitbringt, sollte ihn dicht am oder unter dem Tisch Platz nehmen lassen. In den Gängen können die Tiere schnell zur Stolperfalle für Kellner werden. Das gelte auch für Handtaschen, Schirme oder Rollatoren.

So werden Schnecken gegessen

Die Gehäuse werden mit einer Schneckenzange gegriffen und das Fleisch wird mit einer zweizinkigen Gabel gelöst und auf einem Löffel plaziert. - © Bernhard Preuss
Die Gehäuse werden mit einer Schneckenzange gegriffen und das Fleisch wird mit einer zweizinkigen Gabel gelöst und auf einem Löffel plaziert. (© Bernhard Preuss)

Zugegeben, Schnecken kommen eher selten auf den Tisch. Wer sie sich dennoch bestellt, folgt hier eine kleine Ess-Anleitung. Das Gericht wird üblicherweise auf einem extra Teller mit kleinen Vertiefungen serviert. Laut Maria Klostermann, Lehrerin für gastronomische Berufe am Felix-Fechenbach-Berufskolleg, werden die Schnecken außerhalb der Gehäuse zubereitet. Sind sie fertig gegart, kommen sie zurück in die Häuschen zusammen mit heißer Butter. Am Tisch greift der Gast die Speise mit einer speziellen Schneckenzange, die in die linke Hand genommen wird. Zunächst gießt er die Butter in einen Löffel, der auf dem Teller platziert wird. Das Fleisch wird mit einer kleinen Gabel aus dem Häuschen geholt und ebenfalls auf den Löffel gelegt. Gegessen werden Schnecken meist als warme Vorspeise.

Bunte Kartoffeln aus Lage

Ganz besondere und alte Kartoffelsorten bietet der Bio Hof Brinkmann in Lage an. Der Betrieb ist Mitglied bei Lippequalität und gehört zu einem von rund 230 bundesweiten Demonstrationsbetrieben für ökologischen Landbau. Neben Kartoffeln werden in Lage auch alte Getreidesorten wie Lichtkornroggen und Dinkel angebaut. Gerade werden zudem Ackerbohnen, Lupinen und Kürbisse geerntet, während im Frühjahr vor allem Wildkräuter auf dem Hof wachsen.

Sobald Regen kommt und die Ackerböden wieder feuchter sind, beginnt für den Bauernhof die Kartoffelernte. Und die fällt vor allem farbig aus, denn im Programm hat der Bio Hof Brinkmann unter anderem die Blaue Anneliese, deren Fleisch blau-violett ist, die Rote Emmalie mit rotem Fleisch und als Kartoffel des Jahres 2018 ausgezeichnet, sowie die Schwarze Ungarin, die eine schwarze Schale aber weißes Fleisch hat. „Wichtig ist, dass man die bunten Sorten nicht mit zu viel Wasser kocht, sondern mit wenig Wasser dämpft", sagt Wiebke Brinkmann-Roitsch. Außerdem enthalten die farbigen Knollen mehr sekundäre Pflanzenstoffe und seien deshalb sogar gesünder als die klassisch gelben Sorten, erklärt Brinkmann-Roitsch.

Rezept für einen bunten Kartoffelsalat

Zutaten: Ein Kilo gemischte Kartoffeln, eine Zwiebel, 150 ml Gemüsebrühe, sechs Esslöffel Öl, eineinhalb Esslöffel Kräuteressig, Salz, Pfeffer, Kresse, Schnittlauch, Petersilie und Salatblätter.

Zubereitung: Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, warm pellen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebel fein hacken und mit der Brühe über die Kartoffeln geben. Öl, Essig und Gewürze mischen und ebenfalls über die Kartoffeln geben. Den Salat kurz ziehen lassen und auf Salatblättern anrichten. Mit den Kräutern garnieren.

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von Freya Köhring

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