Detmold. Bereits zum dritten Mal tun sich die Detmolder Galerien zu einer Langen Nacht der Kunst zusammen. Sie wird am Samstag, 1. Juni, von 15 bis 24 Uhr zelebriert – und das vor dem Hintergrund, dass es zwei Galerien inzwischen nicht mehr gibt: Die Gedok musste ihre Räumlichkeiten am Hornschen Tor räumen, weil das Parkhaus abgerissen wird, und an der Leopoldstraße gibt es die Galerie der PickArt nicht mehr. Aber es sind für die Kunstnacht Ausweichquartiere besorgt worden.
Mit dem Event wollen die Künstlerinnen- und Künstlergruppen, Museen und Galeristen Detmolds zeigen, dass die Stadt in der bildenden Kunst einiges zu bieten hat und sie nicht nur als weit über die Region hinaus bekannte Musik- und Theaterstadt punkten kann. Sie alle präsentieren die unterschiedlichsten Konzepte und lebendige Ansätze der Bildenden Kunst. „Ziel der Veranstaltung ist es, interessierten Menschen die Wege zur Kunst zu ebnen und die Möglichkeit zu geben, die einzelnen Galerien und Künstlergruppen kennenzulernen", schreiben die Veranstalter.
Das Lippische Landesmuseum wird einige Bilder seiner Depot-Bestände im nunmehr Roten Saal im Haus Ameide präsentieren. Die Gedok wird eine Ausstellung in der Lutherkirche machen. Thema ist „Himmel und Hölle". Als Event wird die Tänzerin Ulrike von der Linden mit einem Musiker eine Tanz-Vorführung und Lesung präsentieren. Es werden Bilder zum Thema und ein Video zu sehen sein. Im Kunstquartier an der ehemaligen Synagoge in der Langen Straße 31 zeigen der Holzbildhauer Leander und die Holzschneiderin Friedefrau Deutsch Skulpturen und Wandobjekte Zum Thema „Von großen Tieren und kleinen Königen".
„Blick durchs Schlüsselloch" betitelt der Künstler Wolfgang Brenner seine erotischen Malereien und Seriegrafien, die in der Exterstraße 6 zu sehen sind. In der Exterstraße 4 gibt es „Kunst und Kommunikation". Im Raum für Licht und Kunst, Paulinenstraße 58, erstes Obergeschoss, zeigt Ingo Bracke, Gastkünstler der Galerie, live die Voraufführung der Lichtoper zu 100 Jahren Waldorfbewegung.
Die Lippische Gesellschaft für Kunst zeigt in der ehemaligen Schlossküche die Ausstellung von Martin Spengler „Skulpturen und Reliefs". Martin Spengler arbeitet mit Wellpappe, Kalkgrund und Graphit – es entstehen Gebäude-Reliefs – manchmal mit Brüchen und sich verdichtenden Strukturen.
Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte widmet dem Bildhauer Jakob Wedel (1931-2014) eine Sonderausstellung. Sinnbildlich für viele russlanddeutsche Künstlerbiografien steht sein Werk für Erfahrungen mit Repression, Anpassung und Auflehnung sowie den Umgang mit einer sowjetischen Multikulturalität. Besucher der Vernissage werden die Möglichkeit haben, Bildhauer Nils Grube bei der Erarbeitung eines seiner Projekte live zu sehen.
Der Kunstraum zeigt die Ausstellung „Ursula Commandeur /Modulare Objekte aus Porzellan". Bei aller Härte des Materials faszinieren die Objekte, welchen Commandeur aus feinem Biskuitporzellan Gestalt gibt, durch ihre Zartheit. Mit filigranen Drähten verbindet sie Module, die durch ihre Ähnlichkeit und ihre Individualität unsere Blicke fesseln.
Teilnehmer
- Gedok in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Kirche
- PickArt
- 13.14 Produzentengalerie
- Kultur und Art am Hangar 21
- Studenten der Technischen Hochschule OWL und der Musikhochschule mit der Christuskirche
- Lippisches Landesmuseum
- Lippische Gesellschaft für Kunst
- Kunstraum in HeiligenkirchenKunstquartier an der ehemaligen Synagoge
- Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte
- cultur-tupfer im Klinikum Detmold
- Blaue Pause