Hasselter Referent stellt die "Beginen" vor

Karin Laqua

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Martina Gurcke (Team Europa), Referent Paul Marchal, die stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter, Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink und Katja Blume von der Stadtbibliothek (von links). - © Stadt Detmold
Martina Gurcke (Team Europa), Referent Paul Marchal, die stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter, Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink und Katja Blume von der Stadtbibliothek (von links). (© Stadt Detmold)

Detmold. Paul Marchal gewinnt das Publikum in der Stadtbibliothek sofort für sich: Der Hasselter ist vielen Detmoldern als Stadtführer ihrer belgischen Partnerstadt bekannt – und das besonders für seine launigen Vorträge über das hochprozentige belgische Nationalgetränk Genever, schreibt die Stadt Detmold in einer Mitteilung. Diesmal präsentierte er ein anderes Thema und stellte eine religiöse Frauengemeinschaft vor, deren Ursprünge im Mittelalter liegen.

Die Beginen-Gemeinschaften wuchsen laut dem Bericht gemeinsam mit den Städten seit dem 13. Jahrhundert und breiteten sich über das gesamte Europa aus. Die Frauen wählten einen dritten Weg zwischen Kloster und Welt, lebten ohne Armutsgelübde und versorgten sich durch eigene Tätigkeit oder Vermögen. Sie lebten in Beginen-Häusern oder geschlossenen Höfen, in denen nur der Priester Zutritt hatte. „In Nordfrankreich, Holland und vor allem in Flandern finden sich solche bis heute, 13 flämische Höfe genießen den Schutz als Unesco-Weltkulturerbe“, heißt es weiter.

Caritas als wichtigste Aufgabe

In brillantem Deutsch zeichnete Marchal ein sehr lebendiges Bild der religiösen Frauen, schreibt die Stadt: Ihre wichtigste Aufgabe sei die Caritas gewesen, also die Pflege von Alten, Kranken und Sterbenden sowie das Gebet für das Seelenheil der Toten. Sie wohnten abgeschieden von der Stadtgesellschaft, kamen mit ihr aber immer wieder in Kontakt.

Dass Paul Marchal in Detmold einen Fanclub besitzt, beweist aus Sicht der Stadt der große Zuspruch der Veranstaltung, die von der Detmolder Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink organisiert und in Kooperation mit der Stadtbücherei, dem Team Europa der Stadt Detmold und dem Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein ausgerichtet wurde. Knapp 50 Personen verfolgten den Vortrag.

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