Mordprozess in Detmold: Frau im Ehestreit die Kehle durchtrennt

Angeklagter bestreitet Tötungsabsicht

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Ehefrau im Streit die

Kehle durchtrennt - © Detmold
Ehefrau im Streit die Kehle durchtrennt (© Detmold)

Detmold (lnw). Ein Freigänger aus dem offenen Strafvollzug schnitt in Detmold seiner Frau in aller Öffentlichkeit die Kehle durch, jetzt muss er sich wegen Mordes verantworten. Am Montag begann der Prozess vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft geht von Eifersucht als Motiv aus. Der Angeklagte (50) habe nicht akzeptiert, dass sich die 40-Jährige wegen eines anderen Mannes von ihm trennen wollte. Darum habe er sie im Juni 2010 vor den Augen des gemeinsamen zweijährigen Sohnes getötet. Der Mann bestreitet jede Tötungsabsicht.

Der Angeklagte verbüßte damals eine dreieinhalbjährige Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Er hatte die Ex-Freundin eines Sohnes mit einer Eisenstange schwer verletzt. Wegen familiärer und finanzieller Probleme war dem Häftling im offenen Vollzug im Juni 2010 eine vierwöchige Unterbrechung seiner Strafzeit gewährt worden.

Am 9. Juni kam es zwischen den Eheleuten zum Streit. Seine Frau habe ihn verlassen wollen, sagte der Angeklagte. Sie habe mit dem jüngsten der sieben Kinder zu einem anderen Mann ziehen wollen. Es sei zu Handgreiflichkeiten gekommen, er habe die Frau im Haus mit einem Messer verletzt, danach könne er sich an nichts mehr erinnern.

Der Angeklagte Isa K. (l) sitzt im Verhandlungssaal des Detmolder Landgerichts neben seinem Anwalt Martin Mauntel. - © FOTO: DPA
Der Angeklagte Isa K. (l) sitzt im Verhandlungssaal des Detmolder Landgerichts neben seinem Anwalt Martin Mauntel. (© FOTO: DPA)

Zeugen beschrieben, wie sie die Frau an dem Tag blutüberströmt im Vorgarten des Hauses sahen. Mehrmals sei der Angeklagte aus dem Haus gekommen. Beim letzten Mal sei er zu der auf dem Bauch liegenden Frau gegangen und habe ihr vor den Augen des zweijährigen Sohnes und der Passanten die Kehle durchgeschnitten. Erst dieser Schnitt sei tödlich gewesen, sagte die Rechtsmedizinerin. Drei Verhandlungstermine sind geplant.

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