Rathauschef Eberhard Block geht nach 23 Jahren von Bord

Cordula Gröne

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Geschenk zum Abschied: Die stellvertretenden Bürgermeister Frank Kuhlmann (links) und Heinz-Dieter Krüger (rechts) überreichen Eberhard Block im Rathaussaal einen Fotoband mit vielen gesammelten Bildern aus dessen Amtszeit. - © Cordula Gröne
Geschenk zum Abschied: Die stellvertretenden Bürgermeister Frank Kuhlmann (links) und Heinz-Dieter Krüger (rechts) überreichen Eberhard Block im Rathaussaal einen Fotoband mit vielen gesammelten Bildern aus dessen Amtszeit. (© Cordula Gröne)

Horn-Bad Meinberg. Er hatte ausdrücklich kein „Brimborium“ gewollt, und so wurde Bürgermeister Eberhard Block während der Ratssitzung Dienstagabend in schlichtem Rahmen im Rathaus verabschiedet. Geselliger ging es anschließend in der Burgscheune zu.

Dank sagte stellvertretender Bürgermeister Frank Kuhlmann für Rat, Verwaltung und Bürger. Eberhard Block habe sich Anerkennung quer durch alle Parteien erworben. Mit Zähigkeit und Konsequenz habe er auch Gegenwind ausgehalten, Interessen gebündelt und Kompromisse gefunden. Zusammen mit seinem Amtskollegen Heinz-Dieter Krüger überreichte er als Abschiedsgeschenk ein großes Fotobuch aus Holz. „Das sind tolle Bilder drin“, freute sich Block anschließend.

In seiner Abschiedsrede resümierte der scheidende Bürgermeister: „Ich habe Glück gehabt, diesen Beruf ausüben zu dürfen.“ Auf 23 Jahre Amtszeit zurückblickend bezeichnete der heute 64-Jährige die Zeit jedoch auch als Fluch, wenn Sorgen drückten. Die Migrationssituation im Jahr 1992 sei ein Vielfaches ausgeprägter gewesen als heute. „600 Flüchtlinge waren in Horn-Bad Meinberg unterzubringen. Zehn Übergangsheime wurden betrieben. Es herrschte akute Wohnungsnot. Zudem platzten die Schulen und Kindergärten aus allen Nähten“, erinnerte er sich.

Das Staatsbad habe seit 1995 fortlaufend besonderes Engagement gefordert. 2001 ging die Firma Hornitex in die Insolvenz. „Dadurch verlor die Stadt viel an Attraktivität und Wirtschaftskraft.“

Als Herausforderungen damals wie heute nannte Block Kurwesen und Wirtschaft, Bildung, soziale Einrichtungen und Sportstätten, weil sie für das Zusammenleben in der Gemeinschaft bedeutsam seien. Das Staatsbad, Wirtschaft, Stadtfinanzen, strukturelle und demografische Entwicklung sowie die menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen sind laut Block die Herausforderungen der Zukunft. Die Mitgliedschaft im Programm „Historische Stadtkerne“ leiste weiterhin die unverzichtbare Grundlage für die Entwicklung Horns, obwohl durch private Engstirnigkeit und Unzuverlässigkeit Leuchtturmprojekte wie ein Seniorenwohnen an der Nordstraße und Hotel Vialon wohl leider gescheitert seien. Am Ende dankte Block nicht zuletzt seiner Familie, die ihm den Rücken gestärkt habe.

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