Horn-Bad Meinberg/Belle. Mit Musik, Lichtern und lippischen Spezialitäten hat der Heimatverein Belle am Wochenende wieder den traditionellen Beller Schnirz gefeiert. Das Erntefest blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück und ist längst fester Bestandteil des Dorflebens. Den Auftakt machte am Samstagabend der stimmungsvolle Fackelumzug durch die Straßen. Begleitet vom Spielmannszug Belle zogen Kinder und Erwachsene mit ihren Laternen durch das Dorf, während die Feuerwehr die echten Fackeln trug. Der Umzug gilt seit Jahren als Höhepunkt und lockt Gäste aus der Umgebung an. Am Sonntag startete das Fest mit einem Gottesdienst, der wetterbedingt im Vereinsraum stattfand. Anschließend gab es Gulaschsuppe. Programm für Groß und Klein Apropos Verpflegung, die ist ein zentraler Bestandteil und das Herzstück des Beller Schnirz. Besondere Berühmtheit genießt hier natürlich der Lippische Pickert, ein dicker Pfannkuchen aus Kartoffeln, Hefe und Mehl, der frisch aus der Pfanne serviert wird. Ob mit Leberwurst oder Rübenkraut, der Pickert ist auch noch heute ein beliebtes, typisch lippisches Kulinarium und gehört zum Beller Schnirz einfach dazu. Ebenso wie die Rinderwurst, die aber nur „To Go“ angeboten wurde. Für die musikalische Begleitung sorgten der Spielmannszug Belle und die Marpetaler Blaskapelle. Während sich die Kinder auf Hüpfburg und Karussell vergnügten, klönten die Erwachsenen gemeinsam an den langen Tischen und ließen sich kulinarisch verwöhnen. Großen Anklang fand auch die Mitmach-Aktion „Spielmannszug zum Anfassen“, bei der sich die Kinder unter Anleitung an den Flöten, Trommeln, Pauken und der Lyra ausprobieren durften. Am Nachmittag stand das „DorfSpiel“ an – die traditionelle Dorfolympiade. Fünf Teams, darunter die Freiwillige Feuerwehr, der Schützenverein, der Spielmannszug und die „Rommémädels Belle“, traten in zwei Disziplinen gegeneinander an. Die erste Disziplin war das Torwand-Werfen. Hier mussten die Teilnehmer im Sitzen einen Fußball durch eines der fünf Löcher in der Wand treffen. Beim anschließenden Fröbelturm-Spiel waren besondere Geschicklichkeit und eine ruhige Hand gefragt. Sieger wurde am Ende die Mannschaft der Feuerwehr, doch der Spaß stand für alle im Vordergrund. Schnirz ist Tradition „Der Beller Schnirz stärkt die Dorfgemeinschaft, pflegt die Traditionen und fördert den Zusammenhalt zwischen den Generationen“, erklärt Christine Stuckemeier, erste Vorsitzende des Beller Heimatvereins. Der Begriff Schnirz bezeichnet im Lippischen eine Kirmes oder ein traditionelles Volksfest, das mit alten Ernte- und Herbstbräuchen in Verbindung steht. In Belle hat sich der Schnirz als Erntedank- und Herbstfest etabliert. Der Heimatverein leistet durch die Organisation und die Pflege dieses Brauchtums einen unschätzbaren Beitrag zur lokalen Kulturpflege. Jedes Jahr aufs neue beweist der Beller Schnirz, dass gelebte Tradition und moderne Geselligkeit perfekt harmonieren können.