Kreis Lippe. Schöne dichte Fenster, eine gedämmte Fassade – das klingt nach niedrigen Heizkosten. Aber leider auch nach Schimmel. Diese Erfahrung hat Matthias Ansbach, Energieberater der Verbraucherzentrale Detmold, in der Praxis gemacht.
Deshalb hat er gemeinsam mit dem Mieterbund OWL ein neues Beratungsangebot konzipiert. Beim Pressegespräch stellt Ralf Brodda, Geschäftsführer des Mieterbundes OWL, ein Projekt aus Bielefeld, die „Schimmelschlichtung“, vor. „Wenn es in einer Wohnung Schimmel gibt, sind ganz schnell Emotionen im Spiel. Und Schuldzuweisungen gibt es, die aber meist durch nichts erhärtet sind“, sagt Brodda. In solchen Fällen hilft die Schlichtungsstelle, vorausgesetzt, Mieter und Vermieter unterschreiben vorab, dass sie wirklich an einer Lösung interessiert sind. An einem Samstag treffen sich Mieter, Vermieter, ein Vertreter des Mieterbundes und von Haus & Grund sowie ein technischer Experte vor Ort und gehen der Sache auf den Grund. Dazu gibt es einige Tipps zur Selbsthilfe.
Fenster austauschen: Wenn neue Fenster eingesetzt werden, kann sich der Taupunkt im Raum verschieben. An den Ecken sammelt sich dann Feuchtigkeit und es kann sich Schimmel bilden. „Es muss immer berücksichtigt werden, wie stark die Außenwände gedämmt sind. Beim Austausch von mehr als einem Drittel der Fenster in der Wohnung oder im Haus ist ein Lüftungskonzept vorgeschrieben“, sagt Energieberater Matthias Ansbach von der Verbraucherzentrale Detmold. Passen die Werte der Dämmung und der Fenster nicht zusammen, dann helfe nur eine Be- und Entlüftungsanlage.
Lüften: Jeder Mensch dünstet pro Nacht etwa einen halben Liter Flüssigkeit aus. In Polstern, Tapeten und Bodenbelägen sammelt sich die Feuchtigkeit. Zum Entfeuchten der Wohnräume durch Lüften ist ein Temperaturunterschied notwendig. In den milden Übergangszeiten wird weniger Feuchtigkeit aus den Räumen transportiert als an kalten Wintertagen.
Feuchtigkeit im fensterlosen Bad: Sinnvoll ist eine Entlüftungsanlage, die über ein Hygrometer gesteuert wird. „Sie darf aber auch nicht einfach abgeschaltet werden, etwa, weil man Strom sparen will“, so Ansbach.
Schimmel überstreichen: Farbe, die Schimmelsporen abtötet, kann die Gesundheit schädigen. „Der Schimmel kommt wieder, wenn die Ursache nicht abgeklärt und beseitigt wird“, sagen die Fachleute.
Wer Probleme mit dem Schimmel hat, kann sich von Experten beraten lassen. Die Europäische Union, das Land NRW sowie der Kreis Lippe fördern das Angebot für die Lipper. Die Beratung kostet 30 Euro und ist zeitlich begrenzt, vom 1. Dezember bis 31. Januar.
Der Mieterbund OWL nimmt Anmeldungen unter Tel. 05231-39699 oder per email an detmold@mieterbund-owl.de entgegen, die Verbraucherzentrale ist unter Tel. 05231-7015905 oder detmold.energie@vz-nrw.de zu erreichen.