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Kreis Lippe

Chancen für LE und DT Kennzeichen schwinden

Kreis Lippe. Für die Freunde der guten alten DT- oder LE-Nummernschilder am Auto wird die Luft dünner. Der Kreis-Verkehrsausschuss ist dem Vorschlag des Landrates gefolgt und hat die Bürgeranträge auf Wiedereinführung der Kennzeichen abgelehnt. Nur zwei Kreistagsabgeordnete entpuppten sich als Freunde alter Zeiten und stimmen gegen den Beschlussvorschlag.

Eine letzte Chance haben die Freien Wähler Detmold und der Automobilclub aus Lemgo noch: Der Kreisausschuss wird abschließend am Montag, 18. März, über den Antrag entscheiden. Bis dahin wollen die Initiatoren weiter Gas geben. Sven-Eric Bierhenke vom Automobilclub Lemgo verweist auf die Unterschriftensammlung und die Online-Petition: „Es sind schon mehr als 1000 Befürworter in kurzer Zeit. Der Verkehrsausschuss hatte wenig Lust, sich nach dreistündiger Sitzung noch damit zu beschäftigen."

Begründete Argumente gegen LE/DT habe er nicht vernommen. Kosten kämen auf den Kreis nicht zu zu – im Gegenteil: Da ein Wunschkennzeichen 12,80 Euro Verwaltungsgebühr koste, entstünde sogar ein Plus.

Für Rüdiger Krentz von den Freien Wählern Detmold ist klar: „Die Ausschussmitglieder wollen das alte Kennzeichen einfach nicht. Das steht fest." Krentz hatte Rederecht im Ausschuss und dort unter anderem gegen das Argument gesprochen, LIP stehe für die lippische Identität: „Der Kreis wirbt mit ,Land des Hermann‘, Lippe kommt gar nicht vor. Und das Wanderkompetenzzentrum heißt echt lippisch ,WALK‘". Und auch die bundesweite bekannte Lipperlandhalle gebe es unter diesem Namen nicht mehr.

„Für Kohle ist der identitätsstiftende Name egal." Die historische Einheit Lippe gehe durch neue Nummernschilder nicht verloren. Seine Bitte, die Politiker mögen seine Argumente mit in die Fraktionen nehmen und beraten, sei nicht erhört worden.

Krentz wie auch Bierhenke begründen ihre Anträge aber nicht nur aus lokalpatriotischer Überzeugung, sondern auch mit knapper werdenden Kennzeichenkombinationen. Immer mehr Lippern werde zu ihrem Ärger ihr Kennzeichen bei einer Auto-Ummeldung eingezogen, wenn es ein kurzes sei.

Denn Kombinationen mit nur einem Buchstaben und zwei Zahlen oder umgekehrt würden für Fahrzeug mit E- und H-Kennzeichen benötigt. Dies bestätigte Astrid Lehre, die Fachgebietsleiterin Straßenverkehr: Wer sein Auto ab- und nicht innerhalb eines Jahres wieder anmeldet, hat keinen Anspruch auf das gewohnte Kennzeichen. „Dreier-Kombinationen geben wir dann nicht wieder aus, weil wir die für E- und Saisonkennzeichen brauchen." Davon würden 700 bis 900 mögliche Kombinationen benötigt, den Stand wolle man halten.

Krentz kündigte an, das Thema bei Ablehnung durch den Kreisausschuss nächstes Jahr erneut anzugehen. Auch ein Bürgerbegehren schließt er nicht aus. und: „Es stehen ja Kommunalwahlen an", verriet er. Auch die Junge Union bleibt am Ball: Vorsitzender Christian Fritzemeier will über die CDU-Kreistagsfraktion einen Bürgerentscheid erreichen.

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