Kreis Lippe. Während manch Arbeitgeber seinen Mitarbeitern am Montag die Arbeit aus dem Homeoffice freigestellt hat, ist das in einigen Branchen schlecht möglich. „Regale lassen sich ja nicht aus der Distanz einräumen“, scherzt Einzelhändler Andi Wiele, Chef des Barntruper Marktkaufes und des Edeka-Marktes in Horn-Bad Meinberg. Seine Mitarbeiter seien aber alle heil bei der Arbeit angekommen, dazu noch pünktlich, was ihn selbst ein wenig überrascht habe – nur eine Mitarbeiterin mit einer weiten Anfahrt habe sich abgemeldet. Am Samstag sei das aufgrund der Schneeverwehungen deutlich schwieriger gewesen. Aber auch wenn sich der ein oder andere verspätet hätte, „das wäre kein Problem gewesen“, betont er. Am Montagvormittag sei es ein wenig ruhiger gewesen als üblich, viele Kunden hätten sich durch die Warnungen vorab eingedeckt. Aber wenn es, wie vergangene Woche, dann gar nicht so schlimm kommt, wie befürchtet, wirke sich das durchaus positiv für die Märkte aus – nämlich auf den Umsatz. Keine Ausfälle bei Isri Beim Lemgoer Kraftfahrzeug-Zulieferer Isringhausen hat die Wettersituation keine Auswirkungen auf den Betrieb gehabt. „Es gab weder Störungen noch Ausfälle“, sagt Eva Iglesias, Assistentin der Geschäftsführung. Sowohl die Produktion laufe planmäßig als auch die Lkw-Anlieferungen. Das Facility-Team habe dazu bereits am Sonntag und noch einmal am Montagmorgen alle Verkehrs- und Betriebsflächen sorgfältig räumen und streuen lassen, berichtet Iglesias weiter. Im kaufmännischen Bereich hätten natürlich einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, flexibel mobil zu arbeiten – sowohl, um Risiken durch Glätte zu vermeiden, als auch zur Kinderbetreuung. Weidmüller lässt auch mobil arbeiten Bei Weidmüller in Detmold arbeiten Menschen sowohl im Büro als auch in Produktion und Logistik – und dort ist nun mal kein Homeoffice möglich. „Die Sicherheit und das Wohl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben für uns höchste Priorität. Selbstverständlich steht es unseren Beschäftigten offen, die Möglichkeit zur mobilen Arbeit zu nutzen – sofern ihre Tätigkeit dies zulässt“, heißt es auf Nachfrage aus der Pressestelle. Eine gesonderte Anmeldung sei dafür nicht erforderlich, die Regelungen zum mobilen Arbeiten gelten wie gewohnt. Für Mitarbeiter, die vor Ort arbeiten müssen – insbesondere in Produktion und Logistik – , gebe es ebenfalls Lösungen. So könnten witterungsbedingte Verspätungen auf dem Weg zur Arbeit über flexible Arbeitszeitmodelle ausgeglichen werden. „Wichtig ist uns dabei ein situationsgerechter Umgang“, heißt es weiter – und alle Mitarbeiter „in herausfordernden Alltagssituationen bestmöglich zu unterstützen“. Gleiches gilt bei Phoenix Contact in Blomberg. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit zum Homeoffice, erklärt Pressesprecherin Eva von der Weppen, eine generelle Anordnung habe es aber nicht gegeben. „Viele Mitarbeitende sind den heutigen Wetterwarnungen vor Glatteis eigenverantwortlich gefolgt.“ Zudem gebe es Gleitzeitregelungen, auch in der Produktion. „In der Regel informieren Mitarbeitende ihre Schichtleiter, wenn es beispielsweise wetterbedingt zu ungeplanten Verspätungen kommen sollte.“ Lesen Sie auch: Arbeitsrecht bei Glatteis: Was gilt, wenn Sie nicht zur Arbeit kommen? Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert.