Bad Salzuflen/Detmold. Süß, fruchtig oder cremig, zart, prickelnd oder scharf – auf die Mischung kommt es an. Zwei Fachleute aus Lippe erklären, welche Cocktails bei ihren Gästen derzeit besonders angesagt sind.
In der Bad Salzufler Cocktailbar "Spirit of India" ist Sascha Thieben der Fachmann. Der gebürtige Düsseldorfer lebt seit 13 Jahren in der Badestadt. Nach seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann fand er seine wahre Passion als Bartender. Auf die Frage nach dem angesagtesten Mixgetränk der Saison zögert der junge Mann keine Sekunde und lässt routiniert Flaschen und Gläser klingen: "Das ist der St. Germain-Cocktail und der besteht aus dem gleichnamigen Likör, ein Holunderlikör, Champagner und Soda." Es geht auch Prosseco oder Sekt, falls der Champagner zu Hause mal ausgegangen ist.
Der 34-Jährige, der sich aktiv im Berufsverband der Barkeeper als Jugendreferent für Deutschland engagiert, wirbt für den Genuss. "Man muss wissen, wie mit Alkohol umzugehen ist – dieses Betrinken ist eine Katastrophe. Es gibt zwar alkoholfreie Cocktails, aber am Ende eines Tages sind es die alkoholischen Getränke, die die Gäste bevorzugen."
Gerade hat Sascha Thieben an einem Bartender-Treffen in Düsseldorf teilgenommen, um neue Ideen zu sammeln. Hier treffen sich Kollegen, tauschen Rezepte und fachsimpeln über neueste Trends.
Im "Spirit of India" gibt es 400 unterschiedliche Spirituosen und darunter finden sich über 40 Gin-Sorten, die mit vier verschiedenen Tonic-Arten gemischt werden. "Gin war immer ein Thema. Ist seit vier Jahren besonders im Kommen", erklärt der Fachmann – so gibt es hier die erste Gin- und Tonic-Karte, die besonders gern von den Frauen in Augenschein genommen wird.
Noch ein Top-Tip: Der heißt Paloma – der meistgetrunkene Longdrink Mexikos besteht aus Agave-Tequila, frischer Grapefruit, frischer Limette, Meersalz und Grapefruitlimonade.
Der Super-Killer: Mai-Tai – hochprozentiger Rum, Bio-Mandelsirup, frisch gepresste Limette, Zuckersirup, Orangenlikör – geschüttelt im Tiki-Becher und mit Schirmchen serviert.
In Detmold mixt Sebastian Schraets, der Betriebsleiter des Villagio, die Cocktails gern selbst. Der gelernte Wirtschaftswissenschaftler und Logistiker nahm seine Passion mit in den Beruf. "Ich habe viele Veranstaltungen organisiert, arbeitete in der Zweiraumbar – heute Kottmanns Cocktail-Bar – und jetzt hier." Den Sommer über gehen hier eher die Getränke mit dem minderen Alkoholgehalt – fruchtig ist angesagt, wie etwa der Son-Vida-Dream. Er besteht aus Likör 43, Vodka, Passoa – einem alkoholhaltigem Sirup – Limonen- und Maracujasaft.
Ein Renner sind auch "Hugo" (Holunderlikör mit Sekt und Soda) und der Aperol gespritzt. "Das haben die Leute aus der Schweiz und Österreich aus dem Skiurlaub mitgebracht. Ansonsten probierten die Gäste gern mal etwas Neues, aber die meisten greifen dann doch wieder auf das Bekannte zurück", erklärt Schraets.
Sein Tipp: Die Gläser für die Drinks mit Eis vorkühlen, damit das Eis im Getränk nicht so schnell schmilzt und den Geschmack verwässert. Die Deko am Glasrand fällt unterschiedlich aus: "Die meisten Gäste finden sie toll und essen das Obst – für viele ist ein Cocktail auch Unterhaltung, sie stehen gern an der Cocktailbar und schauen einfach zu, wenn ich mixe."