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Lage

Heidener wollen "Alten Krug" retten

Zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes wird ein Verein ins Leben gerufen. Mit Fördergeldern soll das historische Gasthaus erworben und saniert werden

Lage-Heiden. Im Gasthaus Neesenhof haben sich rund 100 Heidener getroffen, um ein anderes Gasthaus zu retten. Mit der Gründung des Vereins „Alter Krug Heiden" wollen sie eine Perspektive für das Gebäude finden.

„Seit rund zwei Jahren steht der ,Alte Krug‘ nun leer, und im Dorf wird das Gasthaus vor allem als Treffpunkt vermisst", berichtet Markus Kahle von den Plänen der Dorfgemeinschaft. Mit dem Verein soll eine Basis geschaffen werden, um die Gaststätte zu renovieren und neu zu verpachten. „Die Vereinsgründung hat für uns nur Vorteile, denn das Finanzamt erkennt die Gemeinnützigkeit an, wir können daraufhin Förderanträge stellen, und Spenden werden attraktiver, da sie steuerlich abgesetzt werden können", so Kahle. Er spricht von Kosten in Höhe von 600.000 bis 800.000 Euro.

Die nächste Zwangsversteigerung des ,Alten Kruges‘ stehe Ende August ins Haus – daher gelte es nun schnell zu handeln. Kahle: „Unser nächster Schritt ist ein Förderantrag bei der NRW-Stiftung zum Erwerb des Gebäudes." Im Anschluss könne man dann einen weiteren Förderantrag zur Sanierung des weitläufigen Komplexes stellen. „Die Renovierung ist extrem umfangreich. Von den Toiletten über die Küche bis hin zur Beseitigung von eventuellem Schädlingsbefall gibt es noch sehr viel zu tun", weiß der Heidener, der zudem hofft, im weiteren Verlauf einen Pächter zu finden.

Und auch für die Zukunft habe man sich Gedanken gemacht: „Im Saal könnten wieder größere Festlichkeiten stattfinden oder Konzerte und Ausstellungen", so Kahle. Er zieht dabei die Option in Betracht, dass ein anderer Interessent das Gebäude erwirbt. „Uns ist nur wichtig, dass der ,Alte Krug‘ überhaupt wieder in Betrieb genommen wird."

Der Vorstand besteht neben Markus Kahle aus dessen Stellvertreter Mario Kias und Kassiererin Britta Blöss. Zu Beisitzern wurden Menschen gewählt, die aufgrund unterschiedlichen Alters und verschiedener Kenntnisse einen Querschnitt der Dorfgemeinschaft darstellen: Marcus Brinkmann, Tobias Schumacher, Hartmut Stahlhut, Inga Ziegenbein, Max Blachowski und Christopher Koch. Kassenprüfer wurden Lothar Kaup und Uwe Pook.

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