Lage. Nicht einer, nicht zwei – gleich drei Kunstrasenplätze plant die Stadt in den nächsten Jahren. Damit sie gegenüber den Nachbarkommunen auch auf sportlichem Sektor konkurrenzfähig bleibt, will sie tief in die Kasse greifen und nahezu bei jeder Witterung bespielbare Plätze anbieten.
Der erste soll 2017 neben dem Schulzentrum am Werreanger errichtet werden, daneben wird ein Kleinspielfeld platziert. Mit dem zweiten Kunstrasenplatz wird 2018 Müssen beglückt, im Gegenzug erfolgt die Aufgabe des Sportplatzes an der Eichenallee, der Standort für den dritten Kunstrasenplatz steht noch nicht fest. Die Mittel zum Bau sollen im Haushalt 2017 berücksichtigt werden, sagte Fachbereichsleiter Klaus Landrock in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Planungsausschuss sowie Sportausschuss.
Die Baukosten für einen Platz rangieren zwischen 380.000 und 450.000 Euro, während Naturrasen- und Tennenplatz mit „nur" 180.000 beziehungsweise 200.000 Euro zu Buche schlagen. Ein Kunstrasenplatz kann im Jahr über 2000 Stunden bespielt werden, ein Naturrasen dagegen nur 400 bis 800 Stunden und ein Tennenplatz 1200 Stunden im Jahr. „Die Fußball spielenden Vereine der Stadt und die Fachschaft Fußball im Stadtsportverband drängen seit vielen Jahren auf die Errichtung eines Kunstrasenplatzes im Stadtgebiet", sagte Landrock. Zusätzlich hätten TuRa Heiden, BSV Müssen und TuS Müssen-Billinghausen, TuS Kachtenhausen sowie SuS Lage noch einen konkreten Antrag zum Bau gestellt.
Die Vorteile für Kunstrasenplätze lägen auf der Hand: Sie seien ständig bespielbar, wodurch eine größere Stundenauslastung bezogen auf die Jahresspielzeit erreicht werde, außerdem ergäben sich geringere Pflege- und Unterhaltskosten, teilte der Fachbereichsleiter mit. Die Frage, warum gerade am Werreanger der erste Kunstrasenplatz gebaut werde, beantwortete Klaus Landrock folgendermaßen: „Das Schulzentrum mit seinen Sportanlagen für 1.400 Schüler, die vorhandene Infrastruktur wie zum Beispiel Parkplätze und Umkleidekabinen, die zentrale Lage, die gute Erreichbarkeit und Nutzungsmöglichkeit für alle Lagenser Vereine und die verschiedenen Sportveranstaltungen im Laufe eines Jahres waren für die Wahl ausschlaggebend." Damit die für den Bau erforderlichen Mittel bereitgestellt werden können, muss der Rat im Herbst einen Grundsatzbeschluss fassen.
Für die viele Arbeit dankte Sportausschuss-Vorsitzender Andreas Fritz (SPD) der Verwaltung. Stadtsportverbandsvorsitzender Thomas Lange fand Lob für das Konzept. Er habe bisher nicht gewusst, dass es Überlegungen für insgesamt drei Standorte für Kunstrasenplätze gibt.
Mehr junge Fußballspieler
Im November 2014 erging im Sportausschuss der Beschluss, ein Sportstättennutzungskonzept zu erstellen. Mit den Sportplätzen sollte begonnen werden. Im Rahmen des Beschlusses über den Haushalt 2015 wurden in der Finanzplanung 500.000 Euro für 2017 vorgesehen. Die sieben in der Stadt Fußball spielenden Vereine haben aktuell 3.811 Mitglieder, die Fußballabteilungen verfügen über insgesamt 1.827 Sportler. Insbesondere im Juniorenbereich sind laut Fachschaft Fußball leicht steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Von der G-Jugend bis zu den Alt-Herren-Mannschaften sind alle Altersklassen vertreten, zum Teil auch als Hobbymannschaften. Der Sportplatz an der Eichenallee soll nach Vollendung des Kunstrasenplatzes in Müssen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Beispielsweise als Wohnmobil-Hafen.