Lage (be). Seit 35 Jahren wohnt Annelore Bösch mittlerweile in Lage. Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte die frühere Heilpraktikerin in der ehemaligen DDR und hat als aufrechte Frau, die oft kein Blatt vor den Mund nahm, den einen oder anderen Strauß mit den SED-Machthabern ausgefochten.
Eine harte, eine schwere Zeit. Doch ist sie auch mit vielen positiven Erinnerungen verbunden. Vor allem an Menschen, die Annelore Bösch auf ihrem Lebensweg begleitet haben. Nun ist die Hobby-Autorin von einer Lesereise in ihre alte sächsische Heimat, die Stadt Dommitzsch an der Elbe, zurückgekehrt. Dort hat sie ihr zehntes Buch mit dem Titel " und traumlos gehen sie schlafen" vorgestellt. Besonders freut es die 83-Jährige, die ihre "Karriere" als Schriftstellerin vor etlichen Jahren in Lage mit einem Kinderbuch begann, mit ihrem neuesten Werk bei der Frankfurter Buchmesse vertreten zu sein.
Ihr gerade erschienenes Buch sei nicht fröhlich, sagt sie. "Vielmehr ist es besinnlich und handelt von Leuten, die für mich da waren, als ich sie brauchte und mich durch schwierige Situationen gelotst haben. Sie leben alle nicht mehr." Wertvollen Menschen - Verwandten, Freunden, Angestellten - wollte sie ein Denkmal setzen. Ob es literarisch anspruchsvoll ist, weiß Annelore Bösch nicht. Den Menschen, denen sie jetzt aus dem Buch, in dem auch einige ihrer Gedichte zu finden sind, vorlas, habe das Gehörte aber gefallen. Ihnen habe sogar der Atem gestockt.
Die Lagenserin hat sich intensiv mit den Themen "Angst" und "Tod" auseinandergesetzt. "Ich habe gelernt, mit dem Tod umzugehen. Aus manchen Erlebnissen habe ich neue Kraft und Hoffnung geschöpft", erklärt Annelore Bösch.
" und traumlos gehen sie schlafen" ist im Verlag Monsenstein und Vannerdat, Münster, erschienen. ISBN 978-3-86991-359-9, 9,80 Euro.