Lemgo. Dramatische Szenen haben sich am Donnerstagabend, den 21. Juli, im Eau-Le in Lemgo abgespielt. Es ist 19.45 Uhr, das Bad schließt in einer Viertelstunde und ist fast leer. Da findet ein 14-jähriger Detmolder den leblosen Körper eines Kindes im Mehrzweckbecken nahe einer Rutsche.
Der 14-Jährige reagiert sofort. Er zieht den Körper des Kindes, das bäuchlings auf dem an dieser Stelle 1,35 Meter tiefen Wasser treibt, an den Beckenrand. Ein Mitarbeiter des Freizeitbades hebt den Jungen heraus und beginnt sofort mit der Reanimation. Ein Kollege und später auch zwei Mitglieder des Tauchclubs, die als ausgebildete Tauchlehrer spezifische medizinische Kenntnisse für Badeunfälle besitzen, helfen dabei.
Parallel setzt ein weiterer Eau-Le-Mitarbeiter einen Notruf ab. Nach ihrem Eintreffen kümmern sich ein Notarzt und Rettungskräfte um den Jungen. Nach einigen Minuten hat er wieder Puls und wird später in die Kinderklinik nach Detmold auf die Intensivstation gebracht. Doch die Mediziner können das Kind nicht wieder ins Leben zurückholen. Der Junge, der nach Polizeiangaben vier Jahre sein soll und aus Bad Salzuflen stammt, stirbt am Freitag an den Folgen des Unfalls.
Die Kripo habe die Ermittlungen aufgenommen, was bei einem solchen Fall üblich sei, sagt Polizeisprecher Uwe Bauer. "Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden liegen bislang nicht vor." Ob es sich bei dem tragischen Geschehen um einen Badeunfall handelt oder ob das Kind eventuell einen Schwächenanfall erlitten hat, ist offen. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich noch einige Dutzend Gäste im Eau-Le. Dienst an den Becken hätten drei Fachangestellte für Bäderbetriebe gehabt, sagt Arnd Oberscheven. Er ist Geschäftsführer der Stadtwerke Lemgo, die das Freizeitbad betreiben.
Gefunden wurde der Junge in dem Becken, das das ganze Jahr über nutzbar ist und am nächsten zum Eau-Le-Hallenbad liegt. Die Rutsche sei zum Unglückszeitpunkt in Betrieb gewesen, sagt Oberscheven. Ob der Junge sie auch genutzt habe, sei unbekannt. Er betont, dass die Fachangestellten unmöglich alle Bereiche des Freibades gleichzeitig im Blick behalten könnten. Eltern von Kindern hätten im Freibad weiter eine Aufsichtspflicht. Der Junge war nach LZ-Informationen mit seiner Mutter im Eau-Le. Wo diese sich zum Unglückszeitpunkt befand, dazu hat die Polizei bisher keine Angaben gemacht.