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Lemgo

Rektorwechsel an der Topehlen-Schule der Stiftung Eben-Ezer

Lemgo. Als eine seiner größten Aufgaben beschreibt der neue Leiter der Topehlen-Schule der Stiftung Eben-Ezer, Matthias Tiemann, die Entwicklung der Einrichtung, die mehr und mehr Nachfrage von 
außerhalb hervorruft. Früher sei die Schule so gut wie ausschließlich von Kindern besucht worden, die auch in Eben-Ezer wohnten. „Heute müssen wir vielen Externen absagen", spricht Matthias Tiemann von einer großen Zahl an Schulanmeldungen.

Ein weiteres Steckenpferd des „Neuen" sind Internet & Co. Das Netz mit seinen Möglichkeiten, zum Beispiel unzähligen Lehrfilmen, Unterrichtsmaterialien und Übungsangeboten, soll künftig in allen Klassenräumen durch eine konsequente Vernetzung des Schulgebäudes erreichbar sein, beschreibt der Schulleiter das Projekt.

Noch intensiver soll die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen der Stiftung gestaltet werden – etwa dem Kinder- und Jugendwohnbereich, der sich beispielsweise schon heute nachmittags der Kinder annimmt, die in Eben-Ezer leben und nicht nach Schulschluss zu ihren Eltern nach Hause fahren. Auch die medizinisch-therapeutische Abteilung hat eine große Bedeutung für die Schule, erklärt Matthias Tiemann.

Mit dem noch relativ neuen Bau, bei dem an die pädagogischen Bedürfnisse der Kinder gedacht worden sei, sieht der neue Schulleiter die Einrichtung gut aufgestellt. Sogar so gut, dass Vertreter aus dem Kreis Cloppenburg das Gebäude in Augenschein nehmen wollen. Dort soll eine neue Förderschule gebaut werden – und der Eben-Ezer-Bau könne Referenz sein, kündigt Matthias Tiemann nicht ohne Stolz an.

Gerade für die Mehrfach- und Schwerstbehinderten, deren Aufnahme sich früher durch fehlende Pflegemöglichkeiten schwierig gestaltete, sei durch die inzwischen vorhandene Infrastruktur bestens gesorgt.
In Lemgo, so sieht es Matthias Tiemann, genießen die Eltern eine vielfältige Schullandschaft. „Das ist in der Stadt schon außerordentlich gut", ist der Rektor voll des Lobes.

Neben den Schulen des gemeinsamen Lernens im Primar- und Sekundarbereich stehe nicht nur die private Topehlen-Schule, sondern auch die Astrid-Lindgren-Schule als staatliche Einrichtung zur Verfügung. „Hier haben Eltern echte Wahlfreiheit", unterstreicht der 56-jährige Pädagoge.

So könne für jeden Schüler genau das richtige System ausgesucht werden. „Viele Förderschüler profitieren sehr von einer Schulzeit in einer Regelklasse, in der sie sich an leistungsstärkeren Schülern orientieren. Andere wiederum brauchen den geschützten Rahmen einer Förderschule, deren Qualität sich in ihrer exakten Ausrichtung auf die Schüler zeigt", betont der Rektor.

Sorgen macht ihm allerdings die Lehrerversorgung. Wie andere Schulformen auch, gingen den Förderschulen langsam die Nachwuchskräfte aus. Auch wenn es bereits Landesprogramme gebe, um das Problem zu beheben.

Persönlich
Der 56-Jährige war zuletzt Lehrer für den Bereich „Gemeinsames Lernen" an der Realschule Lemgo sowie der Heinrich-Drake-Hauptschule. Der Sonderpädagoge Matthias Tiemann hat sich dazu im Auftrag der Bezirksregierung Detmold und des NRW-Schulministeriums für Online-Offensiven wie „Schulen ans Netz" eingesetzt. Auch war er Medienberater des Kreises Lippe. Neben Stationen bei der Anne-Frank- und Astrid-Lindgren-Schule war Tiemann Redakteur beim Bildungsserver „Learnline".

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