Lippische Landes-Zeitung: Nachrichten aus Lippe, OWL und der Welt

Lemgo

Hochwasserschutz bremst Pläne für Bauruinen an der Bega

Lemgo. Die Videothek ist geschlossen, das ehemalige Architekturbüro von „Planen und Bauen" ausgebrannt. Stillstand an der Pagenhelle? Womöglich gar zwei Immobilien, die langsam, aber sicher zu Bauruinen verfallen? Soweit soll es nach dem Wunsch der beiden Eigentümer nicht kommen – sie möchten, dass Handwerker anrücken.

Henning Möller, Besitzer des alten Gebäudes von „Planen und Bauen", das am frühen Abend des 22. Juni in Flammen aufging, will mit Blick auf die laufenden Planungen lediglich „bestätigen, dass es Gespräche gibt". Gespräche über Abriss und Wiederaufbau, wie Markus Baier als städtischer Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung und Bauen näher ausführt.

Dabei sind jedoch die vor zwei, drei Jahren ins Feld geführten Ideen vom Tisch, die beiden Immobilien zu verbinden und ein größeres Projekt vom Stapel zu lassen. Nach Angaben von Markus Baier verbietet diesen großen Wurf nämlich zum einen der Hochwasserschutz – Stichworte: Umgestaltung der Bega samt der Überflutungsflächen.

Dazu kommt der Landschaftsschutz – hier geht es um einen möglichst ungestörten Anblick des Braker Schlosses. „Da gibt es von der Pagenhelle und aus den Wiesen eine klare Sichtbeziehung, die es zu schützen gilt", unterstreicht Veronika Sauerländer von der CDU-Fraktion als Vorsitzende des Planungsausschusses.

Im Klartext: Die beiden Gebäude haben zwar Bestandsschutz, und „Planen und Bauen" darf auch innerhalb der bestehenden Baugrenzen neu errichtet werden, aber eben nicht mehr. Gleiches gilt auch für die ehemalige Videothek, die einer Unternehmerfamilie aus Süddeutschland gehört. „Uns wurde Interesse an einer Sanierung und Weiternutzung des Standortes signalisiert", sagt Baier. Auch dabei gehe es um Gewerbe, möglicherweise aber um die Schaffung von Büroflächen.

Auch bei „Planen und Bauen" ist nach Aussagen des Geschäftsbereichsleiters ein Mix aus Gewerbe/Büro und Wohnen (im Obergeschoss) wie früher denkbar. Durch die Pläne rückt auch der gegenteilige Plan in weite Ferne: So gab es das Gedankenspiel, beide Inhaber zur Aufgabe des Standortes zu bewegen, um die Pagenhelle südlich der Bega nahezu unbebaut zu lassen.

Mehr Platz für die Bega

Beim Ausbau der Bega zwischen dem Langenbrücker Tor und dem Schloss Brake geht es im Kern um den Hochwasserschutz für die Lemgoer Innenstadt. Hatte es doch in früheren Jahren zum Teil verheerende Überschwemmungen gegeben, die im Extremfall die Straßen bis zum Waisenhausplatz überfluten. Dem soll nun durch eine weniger eingezwängte Bega vorgebeugt werden – zudem erhält der Fluss auf Höhe der Pagenhelle eine Flutmulde: eine Art Rückhaltebecken im Falle eines Hochwassers.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2026
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.