Fall Lügde: Ermittlungen gegen Polizisten eingestellt

Janet König und Erol Kamisli

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Abgesperrt: Der Campingplatz in Lügde. - © dpa
Abgesperrt: Der Campingplatz in Lügde. (© dpa)

Detmold/Lügde. Die Ermittlungen im Lügde-Komplex sollen möglichst bald abgeschlossen sein, das hat sich die Detmolder Staatsanwaltschaft fest vorgenommen. Inzwischen ist nach LZ-Informationen das Verfahren gegen einen pensionierten Polizisten aus Blomberg eingestellt worden.

Dem Ex-Polizisten wurde vorgeworfen, einen Hinweis aus dem Jahr 2016 nicht weitergeleitet zu haben. Weil das polizeiinterne Computerprogramm nicht funktioniert haben soll, hatte er die Anzeige gegen Andreas V. manuell eingeben und ausdrucken müssen. Der Zettel sei in der Ablage gelandet und „auf unerklärliche Weise" verschwunden. Sein Anwalt Dr. Detlev Binder war schon im Oktober zuversichtlich, dass der Vorwurf der Strafvereitelung gegen seinen Mandanten nicht länger standhalten könnte. "Man kann ihm diesen Vorwurf nicht machen, weil es kein Vorsatz war", sagte Binder damals. Dies scheinen die Ermittlungen inzwischen bestätigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wollte die Einstellung des Verfahrens am Dienstag weder bestätigen noch dementieren. Laut Oberstaatsanwalt Ralf Vetter wolle sich die Behörde zwischen den Jahren nicht weiter zum Fall Lügde äußern und die Öffentlichkeit erst im Januar zum Stand der verbleibenden Ermittlungen in Kenntnis setzen.

Erneute Panne

In Bezug auf die Aufarbeitung des Missbrauchsfalls im Untersuchungsausschuss muss die lippische Polizei nun eine weitere Panne einräumen. Auf der Suche nach pensionierten Polizisten, die die Namen der Kinder in den zahlreichen Lügde-Akten durch Pseudonyme ersetzten sollten, war ausgerechnet auch der ehemalige Blomberger Beamte angeschrieben worden - und das obwohl die Staatsanwaltschaft zu diesem Zeitpunkt im Novembernoch gegen ihn ermittelte. "Wie das genau passieren konnte, kann ich nicht nachvollziehen", sagt Polizeisprecherin Laura Merks : "Es war ein Versehen." Der Beamte habe aber nie Zugriff auf die Akten bekommen.

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