Lügde (afk). Friedrich "Fritze" Drewes (1890-1958) ist der einzige Profikunstmaler aus Lügde gewesen. Sein Lebenswerk ist nun zum ersten Mal in der Ausstellung "Künstler in schwerer Zeit" im Heimatmuseum und im Rathaus der Osterräderstadt zu sehen - und zwar noch bis zum 19. März. Am Wochenende war Eröffnung.
"Eine hoch spannende Angelegenheit, die mich selbst auch immer wieder zwischen Mögen und Nichtmögen hin- und hergerissen hat", beschrieb Organisator Josef Huppertz vom Heimat-und Museumsverein die Zusammenstellung von rund 60 Arbeiten des Künstlers. Ein Jahr lang hatte er zum Leben von Friedrich Drewes recherchiert. Anlass waren zwei seiner Bilder, die der Heimat-und Museumsverein besitzt.
Durch Kontakte zu Familienangehörigen, die im Bundesgebiet verstreut leben, aber auch durch Erlebnisse und Anekdoten, die Zeitzeugen beitrugen, fügte sich ein Bild des Künstlers, der lange auch in Bad Pyrmont gelebt hat, zusammen.
"Er war immer lustig und ein Schönling, der einen Schlag bei den Frauen hatte", berichtete Huppertz. Geld fehlte immer, sodass der Künstler Auftragsarbeiten anfertigen musste. Schließlich wanderte er nach Brasilien aus, kehrt jedoch nach zwei Jahren gescheitert zurück. Manches Motiv malte er von Vorlagen ab, andere fing er selbst ein. "Das Hauptmotiv blieb die Kilianskirche, die aus jeder nur denkbaren Perspektive malte", sagte Huppertz.
Drewes trat der Nazi-Künstlervereinigung bei, ging mit der Ideologie aber nicht konform und kam für einige Zeit ins Gefängnis. Schließlich wurde krank und schwermütig und nahm sich 1958 das Leben. "Er war niemand, der Kunstgeschichte geschrieben hat, aber er hatte zweifelsohne Talent", bilanzierte Huppertz.