Oerlinghausen. Roeland Paardekooper ist glücklich mit der Entwicklung des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen. Für zweieinhalb Jahre hatte er die kommissarische Leitung des Museums inne. In dieser Zeit widmete sich Museumsleiter Karl Banghard einem Forschungsprojekt zu der Rolle des Museums während der Nazizeit.
Vieles wurde unter Paardekoopers Leitung im Museum erneuert. Er modernisierte die Beschilderung, führte Audio-Guides und LED-Lampen ein. Die Wege wurden verbessert, so dass auch Menschen im Rollstuhl große Teile des Geländes erreichen können. Zudem gibt es auch ein Programm für Blinde. Paardekooper betont, wie wichtig ihm die Digitalisierung im Freilichtmuseum sei.
Tabellenprogramme helfen ihm bei der strategischen Planung. Bei Modernisierungsarbeiten fallen allerdings enorme Kosten an, wie Paardekooper betont. Auch verschweigt er nicht, dass bis heute noch keine Registrierkasse vorhanden sei. Gerade deshalb sei es wichtig, „die richtigen Knöpfe zu drücken", sagt er, um positiv in die Zukunft blicken zu können. Laut Roeland Paardekooper gehen bald viele langjährige und erfahrene Mitarbeiter in Ruhestand. Einige davon sind schon seit 30 Jahren im Museum tätig. Aus diesem Grund sollten sie einen Know-how-Transfer anstreben.
Die Besucherzahlen im Freilichtmuseum haben sich auf mehr als 20.000 im Jahr eingependelt. 2013 waren es noch 18.000 und 2014 dann 24.000 Besucher. Unter dem kommissarischen Leiter ist ein Wandel des Publikums erkennbar. Vor seiner Zeit waren hauptsächlich Schüler zu Gast. Heute sind 60 Prozent Touristen und 40 Prozent Schüler. Die Touristen kommen überwiegend aus Holland. Aber auch Besucher aus England, Belgien und Frankreich sind dabei.
„Die hohen Touristenzahlen haben auch einen positiven Einfluss auf die Stadt Oerlinghausen", sagt Roeland Paardekooper. „Ein Ziel könnte es sein, den Besuch der Touristen im Freilichtmuseum mit anderen Events der Stadt zu verbinden. So können die Besucher beispielsweise erst zu den Wikingertagen und im Anschluss in einem schönen Oerlinghauser Restaurant den Tag ausklingen lassen", schlägt er vor. Und auch für Kinder sei es schön hier.
Zum 1. Juni kehrt Roeland Paardekooper nach Holland zurück und gibt die Leitung des Freilichtmuseums wieder an Karl Banghard ab. Für die Zukunft ist ihm wichtig, das bestmögliche Potenzial aus dem Freilichtmuseum zu schöpfen, „denn es ist mehr möglich, als man denkt", wie er ausführt.
Das nächste Event steht schon fest. Am 21. Mai ist die offizielle Einweihung von Treppen von der Steinzeit bis heute.