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Oerlinghausen

Spezialisten für Lachsalven

Sigurd Gringel, Knut Dinter

Oerlinghausen . Bei der Juxtruppe MSKK innerhalb der Oerlinghauser Schützengesellschaft hat nun die jüngere Generation das Heft in die Hand genommen. Bei der MSKK-Show am Montagmorgen im Festzelt sorgte das Rezept „Männer in Frauenkleidern“ aber immer noch für Lachsalven.

Die Akteure machten eine Radreise durch Deutschland. Timo Schilling strampelte sich auch mächtig ab, auf seinem Standfahrrad kam er allerdings nicht vom Fleck. Dafür lieferte er Strom zur Herstellung von Zuckerwatte. Die Reise begann in Hamburg, wo ein Shantychor auftrat und eine leibhaftige Sirene (Jens Hartmann) der Nordsee entstieg.

Im Bayerischen Wald ließ Lutz Gronemeier die zahlreichen Hupen an seinem Körper erklingen. Stefan Heißenberg verwandelte sich in ein „Bayerisches Cowgirl“. Als Stewardessen gaben Christian Hochwald, Fabian Köster und Rüdiger Zirbs ulkige Sicherheitseinweisungen, die sie pantomimisch unterstrichen. Als Anna-Maria Zimmermann lief Tobias Nixdorf mit dem Lied „Himmelblaue Augen“ durch die Stuhlreihen. Als Zugabe richtete Stefan Heißenberg die Frage an das Publikum: „Wie heißt die Mama von Niki Lauda?“ Schon um 6.30 Uhr war die „Frühpatrouille“ der „ Montagmorgen-Wibbbel-Weiber “ unterwegs. Nach „Dschungelbuch“-Vorbild liefen die Frauen als Elefanten durch die Hauptstraße. Die Throndamen versuchten, mit kleinen Heißluftballons in die Luft zu gehen, zogen es dann jedoch vor, am Boden zu bleiben.

„Der Juxtruppe ‚Die Vümfte‘ ist es gelungen, das erste ostwestfälisch-lippische DDR-Museum zu schaffen“, erklärte Kristian Hoffmann vor großem Publikum auf dem Rathausplatz. Dazu solle das leerstehende CEWECO-Haus genutzt werden. Zur Eröffnung fuhren nicht nur Erich Honecker (Christian Coesfeld) und seine Frau Margot (Tilo Kochsiek) im giftgrünen Trabi vor, es erschienen auch Donald Trump (Eike Kramer) und Kim Jong-un (Peter Fuhrmann). Für die Überlassung des Gebäudes wurde Ihno Zimmermann mit dem Orden „Held der Arbeit“ geehrt. Eine neue Verwendung für die Grundschule in Lipperreihe fand die „Bergwacht“ und richtete dort die erste „Schützen-Bekenntnis-Schule“ ein. Jochen Schneider verlas die Namen illustrer Oerlinghauser, die sich angeblich für diese Art Unterricht bestens eignen. Als Schuluniform tragen die Schüler die „Bergwacht“-Kluft, sie sitzen auf Bierbänken und das Tablett ist nicht digital, sondern kommt von einer bekannten Brauerei. Unter der Anleitung des gestrengen Lehrers (Wolfgang Blume) lernten die Schüler „richtiges Verhalten beim Schützenfest“. Zum Beispiel darf an der Theke niemals nur ein einzelnes Bier bestellt werden. Auf dem Stundenplan stand außerdem das Fach „Körper stilllegen durch Alkoholzufuhr“.

Nach dem Spaß kommt das Königsschießen – und hier schießt Eike Kramer – ohne Trump-Perücke, dafür mit Schützen-Mütze – mit dem 227. Schuss den Vogel ab. Er regiert die Oerlinghauser Schützen als Kaiser, weil er 2014 schon König war. Regentin ist seine Ehefrau Nicole. Das Finale hatte es in sich. Eigentlich wollte Sohn Niklas König werden. Doch als nur noch der Rumpf des Adlers mit einem Flügel an der Seite im Kugelfang hängt, zieht sich das Schießen etwas hin. Jens Hartmann schießt den Rumpf so auseinander, dass nur noch ein Treffer fehlt. Niklas Kramer verfehlt ihn, Vater Eike Kramer, ein erfahrener Jäger, drückt ab, trifft, und ist zum zweiten Mal König, weswegen er sich jetzt Kaiser nennen darf – der zweite überhaupt in der Geschichte der Oerlinghauser Schützengesellschaft. Der erste Kaiser war Carl Ludwig Wachsmuth-Melm (König 1965 und 1982). „Das ist Oerlinghausen – hier werden Geschichten geschrieben“, kommentiert Schützenvorsitzender Christian Landerbarthold den Vater-Sohn-Schießkrimi. „Manchmal bin ich eben ein bisschen irre“, gesteht der 58-jährige Prokurist, der bei den Schützen als Major im Vorstand und auch Vorsitzender des Reitvereins „Lippische Rose“ ist. Ehefrau Nicole wird jetzt Kaiserin. Die Statuten des Vereins verbieten nicht, dass die eigene Frau Regentin werden darf, sagt Presseoffizier Patrick Bockwinkel.

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