Jugendliche kämpfen für Liemes Zukunft

Marlen Grote

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Engagierte Gruppe: Johanna Kontowski, Jana Mische, Joann Döring, Felix Kontowski, Ronja Bobe, Ramona Petz, Justin Schröder und Nina Rumke (von links) setzen sich für die Interessen der Kinder und Jugendlichen in Lieme ein. - © Marlen Grote
Engagierte Gruppe: Johanna Kontowski, Jana Mische, Joann Döring, Felix Kontowski, Ronja Bobe, Ramona Petz, Justin Schröder und Nina Rumke (von links) setzen sich für die Interessen der Kinder und Jugendlichen in Lieme ein. (© Marlen Grote)

Lemgo-Lieme. Das Leben im Dorf soll 
auch für junge Menschen 
attraktiv bleiben. Diese Idee steckt hinter einer besonderen Initiative in einem Lemgoer Vorort.

Freibad, Sportverein, Eisdiele, Stadtbusanbindung – Lieme hat für Kinder und Jugendliche durchaus etwas zu bieten. Aber nicht mit allem sind die jungen Menschen im Ort so zufrieden. Und weil sie selbst am besten wissen, was sie brauchen, haben Jugendliche eine Wunschliste zusammengestellt.

Dabei wollen sie nicht etwa eine Disco oder eine Skateranlage, sondern sind eher bescheiden mit ihren Vorschlägen. Ein Wunsch betrifft den Stadtbus: Es sei gut, dass es ihn gibt, aber die Jugendlichen möchten, dass er öfter fährt. Denn in Lieme verkehren die blauen Gefährte nur halbstündig. „Zu den Stoßzeiten ist es in den Bussen sehr voll“, beklagt Joann Döring. Und Johanna Kontowski ergänzt: „Am Wochenende hat man nur wenig Möglichkeiten, nach Lemgo zu fahren.“ Das betrifft besonders den Samstagabend, wo junge Leute gerne etwas unternehmen. Dann verkehren in Lieme weder der Stadtbus noch andere Linien.

Die Gruppe, deren Mitglieder 13 bis 18 Jahre alt sind, hat auch die Jüngeren im Blick. Auf dem Spielplatz im Dorf wurde die Rutsche abgebaut, auch da wollen die zehn engagierten jungen Liemer nachhaken und sich für Ersatz stark machen. Ein weiterer Punkt auf der Wunschliste ist ein Hundekot-Tütenspender, damit es sauberer wird im Ort. Und einen eigenen Kindertreff soll es auch geben, damit sich die ganz jungen Liemer ebenfalls treffen und austauschen können.

Mit diesen Ideen war die Gruppe vor kurzem im Stadtrat, jetzt suchen sie Gespräche mit passenden Ansprechpartnern – etwa mit Vertretern des Stadtbus-Unternehmens.

„Was den Jugendlichen wichtig ist, wissen sie selbst am besten“, meint Nina Rumke. Sie ist Mitglied im Vorstand der Kirchengemeinde Lieme. Immer freitags ab 16.00 Uhr trifft sich die Gruppe im Jugendhaus der Kirchengemeinde Lieme (In der Ecke, ehemaliges Spritzenhaus). Dann wird eine Stunde Projektarbeit gemacht, danach hören die Jugendlichen Musik, spielen Kicker oder unternehmen gemeinsam etwas.

Das Engagement macht der Gruppe viel Spaß, ehrenamtlicher Einsatz kann gerade jungen Leuten aber auch etwas für die Zukunft bringen: mit dem Engagement-Nachweis können junge Ehrenamtliche später bei ihrer Bewerbung zeigen, dass sie sich einsetzen und teamfähig sind, erklärt Madita Fischer vom Eherenamtsbüro des Kreises Lippe. „Gerade heute ist es wichtig zu zeigen, dass man auch über den Tellerrand schaut“, beschreibt sie den Vorteil.

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