LKA-Ermittler sagen gegen Reinhold Hanning aus

Silke Buhrmester

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Der Angeklagte Reinhold Hanning. - © dpa
Der Angeklagte Reinhold Hanning. (© dpa)

Detmold. Das Landgericht Detmold hat für diese Woche drei Verhandlungstage im Auschwitz-Prozess gegen den 94-jährigen ehemaligen SS-Wachmann Reinhold Hanning aus Lage angesetzt. Am Montag treten zwei Ermittler des Landeskriminalamtes in den Zeugenstand. Außerdem wird am Donnerstag, 28. April, ein weiterer Holocaust-Überlebender aussagen.

Dr. Imre Lebovits hat das Vernichtungslager Auschwitz überlebt. Der ehemalige Universitäts-Dozent lebt mit seiner Frau in Budapest: „Mein größerer Familienkreis bestand aus rund 80 Mitgliedern, von denen vielleicht fünf bis zehn den Holocaust überlebt haben. Ich bin es meinen ermordeten Verwandten schuldig, dass ich hier meine Aussage mache", sagte er der LZ. Lebovits hatte auch gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning (94) 2015 in Lüneburg als Zeuge ausgesagt.

Hannings Verteidiger Andreas Scharmer hat unterdessen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Vorwurfs der Verletzung von Privatgeheimnissen gestellt. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Vetter muss nun ermitteln, wie Details eines Verhörs von Reinhold Hanning an die Presse gelangen konnten. Die Verteidigung hatte zu Beginn des Prozesses beantragt, das Verhör vor Gericht nicht zu verwerten.

Hanning muss sich seit Februar wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen vor Gericht verantworten. Die Prozesstage am 25., 28. und 29. April beginnen jeweils um 10 Uhr in der Industrie- und Handelskammer.

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