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Flüchtlinge in Lippe

Heidener Initiative kümmert sich seit einem Jahr um Asylbewerber

Lage-Heiden. Demnächst werden Zuwanderer Mobilheime in Heiden beziehen. Viele Menschen im Kirchdorf haben sich darauf längst vorbereitet. Seit einem Jahr ist die Initiative „Ein Zuhause in Heiden" in Sachen Integration aktiv und will jetzt richtig durchstarten.

„Aufgrund der allgemeinen politischen Situation und der konkreten in Lage haben wir uns Gedanken gemacht, wie man sich hier im Ort vorbereiten und helfen kann", erzählt Ute Schmutzler-Frohwitter von der ursprünglichen Idee der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Die Diakonin gehört zu den vier Gründungsmitgliedern der Initiative „Ein Zuhause für Heiden". Inzwischen sind es gut 40 Personen, die sich hier aktiv einbringen.

„Wir haben Arbeitsgruppen gebildet und uns überlegt, wie wir uns einbringen können, um den Geflüchteten die Langeweile zu vertreiben", erläutert Heinz Tölle und nennt Angebote wie Lauftreff, Billard-Café, Boule oder zusätzliche Sprachkurse. Auch wenn manchmal das Motivieren schwierig war, überwiege doch das Positive, resümiert Tölle.

Als Beispiel fällt ihm spontan ein kleiner Junge ein, dem er im Freibad einen besseren Schwimmstil beibringen konnte. „Nur durch Zeichensprache und Vormachen", sagt der pensionierte Schwimmmeister und muss angesichts der kreativen Überwindung sämtlicher Sprachbarrieren schmunzeln. „Wir haben einen Fahrdienst organisiert, um die Menschen aus der Kernstadt hier ins Jugendheim zu holen", berichtet Ute Schmutzler-Frohwitter und freut sich über das ehrenamtliche Engagement.

Bisher sind die Heidener zu den Zuwanderern hingegangen, demnächst wird es andersherum sein, wenn die ersten Wohneinheiten auf dem Gelände neben dem Spielplatz bezogen werden. „Wir nehmen diese neue Aufgabe mit Freude an", bestätigt die Diakonin und weiß, dass sie damit für viele Dorfbewohner spricht. „Die Infrastruktur ist da, und die Grundstimmung sehr gut. Wir sind sicher, dass es den Menschen möglich sein wird, hier ein Zuhause auf Zeit zu finden", blickt Heinz Tölle in die Zukunft. Optimistisch, aber nicht blauäugig. „Das Kennenlernen ist der Schlüssel des Gelingens", weiß Ute Schmutzler-Frohwitter.

Die Initiative plant bereits ein Anwohnerfest zur Begrüßung und kann sich weitere gemeinschaftliche Aktionen vorstellen. Eine Einkaufskooperation beispielsweise, weitere Sprachangebote und das Miteinander in den verschiedenen Vereinen vor Ort.

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