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Lauter Lipper Leben

Paul Cohen: Ein Waliser in Lippe

Lemgo. Mit Zigarette in der Hand, kurzer Hose und Crocs öffnet Paul Cohen die Tür. Seine verblassten Tattoos auf den Armen lassen auf den ersten Blick ein wildes Hobby vermuten. Tatsächlich, der 61-Jährige ist passionierter Motorradfahrer. Stolz zeigt er seine schwarz glänzende Harley-Davidson. Auch seine Frau Ellen ist begeisterte Motorradfahrerin. Zusammen treffen sich die beiden einmal in der Woche mit 30 bis 40 anderen Motorradfahrern in Lemgo – oder sie steuern mit ihren Harleys größere Treffen in Hamburg oder Willingen an.

Beruflich hat Paul Cohen verwirklicht, wovon viele träumen – er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Eine Bewerbung als Hobbyfotograf bei der Lippischen Landes-Zeitung war damals der Startschuss für seine Karriere. Heute arbeitet Cohen als freiberuflicher Sportfotograf, unter anderem auch für die Lippische Landes-Zeitung und ist seit 17 Jahren fest beim TBV Lemgo angestellt. Der Waliser besitzt zwei Fotostudios und ist nebenbei als Werbefotograf tätig. „Ich liebe die Werbefotografie, aber was mich reizt, sind die Sportevents. Bei der Werbefotografie weißt du, was am Ende rauskommt, beim Sport weißt du es nie. Selbst nach so vielen Jahren Erfahrung ist es geil, einfach super, wenn ein schönes Foto dabei entsteht. Das ist das, was mich immer wieder antreibt."

Mit gezückter Kamera steht Paul Cohen dem TBV Lemgo Lippe als Sportfotograf zur Seite. - © Alice Belle
Mit gezückter Kamera steht Paul Cohen dem TBV Lemgo Lippe als Sportfotograf zur Seite. (© Alice Belle)

Die Leidenschaft für den Sport hat er durch seine Ausbildung als Sportlehrer beim Militär entdeckt. Dort war er zehn Jahre tätig und hat die ganze Welt bereist – Jamaica, Australien, Kanada, Guatemala, Zypern. Heute lebt der 61-Jährige zusammen mit seiner Frau in einem kleinen Haus in Lemgo. Vor 25 Jahren ist das Paar gemeinsam nach Deutschland ausgewandert.

„Am Anfang war es schwer, sich in Deutschland zurecht zu finden, weil die Mentalität der Deutschen so anders ist. Aber ich habe mich angepasst und komme jetzt super zurecht. Jeder kennt mich hier als Paul, der Engländer."

Paul hat einen ausdrucksstarken Akzent, der nicht immer leicht zu verstehen ist. „Nach fast 30 Jahren ist mein Deutsch immer noch nicht perfekt, aber ich habe mir damit auch nie wirklich Mühe gegeben." Eine Sprachschule hat Paul nie besucht. Durch den Alltag hat er sich Deutsch selber beigebracht. Einmal im Jahr fährt der begeisterte Fotograf in seine alte Heimat, um dort seine Mutter zu besuchen. Jedoch ist er immer wieder froh, zurück in Deutschland zu sein. „Ich liebe das Land und die Leute. In Wales fühle ich mich immer fremd."

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