Gefängnis oder Haftverschonung

Dirk-Ulrich Brüggemann

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Verurteilt: Der 94-jährige Reinhold Hanning. - © Oliver Krato
Verurteilt: Der 94-jährige Reinhold Hanning. (© Oliver Krato)

Detmold/Lage. Die Frage, ob der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning aus Lage nun ins Gefängnis muss oder ob auf freiem Fuß bleiben darf, bewegt die Öffentlichkeit. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Detmold hatte den 94-Jährigen zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Der frühere Unterscharführer war der Beihilfe am Mord an mindestens 170.000 Menschen im Konzentrationslager Auschwitz schuldig gesprochen worden.

Über die Haftfähigkeit des Rentners wird aber erst entschieden, wenn das Urteil rechtskräftig ist, erklärt die Sprecherin des Landgerichts Detmold, Anneli Neumann, auf Anfrage. Da aber bereits Revisionsanträge beim Gericht eingegangen sind, kann es noch längere Zeit dauern, bis eine entsprechende Entscheidung fällt.

„Die Haftfähigkeit steht ganz am Ende der Kette“, sagt Neumann. „Es ist noch kein Thema, dass man prüfen müsste.“

Wenn das Urteil rechtskräftig ist, ist die Staatsanwaltschaft als Strafvollstreckungsbehörde zuständig. Von dort würde ein Brief mit der Aufforderung zum Haftantritt verschickt werden. Diesem Schreiben könne widersprochen werden. Dann müsste die Staatsanwaltschaft entscheiden, wie mit dem Widerspruch umgegangen werde. „Die Staatsanwaltschaft kann dann einen Sachverständigen mit der medizinischen Untersuchung beauftragen“, erklärt Neumann.

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