Lippische Landes-Zeitung: Nachrichten aus Lippe, OWL und der Welt

Herford

Vermisster Dano: Hundertschaft und Hightech im Einsatz

Sonartechnik an den Werre-Wehren

Vermisster Dano: Hundertschaft und Hightech

im Einsatz - © Herford
Vermisster Dano: Hundertschaft und Hightech im Einsatz (© Herford)

Herford. Die Polizei fährt im Vermisstenfall Dano eine Doppelstrategie: Während nach wie vor in der Werre nach dem möglicherweise ertrunkenen Kind gesucht wird, gehen die Ermittler Hinweisen aus der Bevölkerung nach, die auf ein Verbrechen hindeuten. Darüber hinaus müssen die Einsatzkräfte ein technisches Problem an den Wehren lösen.

Die Kleingartenanlage Friedenstal, gestern Morgen gegen 12 Uhr: Beamte der Einsatzhundertschaft aus Bielefeld verteilen sich auf dem Areal, suchen die Gartenlauben ab. "Wir haben einen Hinweis erhalten, dem wir nachgehen. Mehr können wir nicht sagen", erklärt Polizeisprecher Michael Albrecht über die Gründe für die Suchaktion.

Bereits am Montagabend waren parallel zu dem Großeinsatz im Wohnblock an der Berliner Straße, der auch gestern noch fortgesetzt wurden, Teile des Areals mit 92 Gärten durchsucht worden. Gestern Morgen folgte der Rest. "Gut, dass hier gesucht wird", kommentierte Gartenbesitzer Karl-Heinz Emmerich, der wie die anderen Eigentümer am Abend vom Kleingartenvorstand über die Durchsuchungen informiert worden war, die Polizeiaktion.

Beamte der Bielefelder Einsatzhundertschaft auf dem Gelände des Kleingartenvereins Friedenstal. Mit der Durchsuchung hatten die Polizisten schon Montagabend begonnen, sie dann aber abgebrochen. Polizeisprecher Michael Albrecht skizzierte nur schemenhaft, weshalb die Beamten gerade dort suchten. - © FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP
Beamte der Bielefelder Einsatzhundertschaft auf dem Gelände des Kleingartenvereins Friedenstal. Mit der Durchsuchung hatten die Polizisten schon Montagabend begonnen, sie dann aber abgebrochen. Polizeisprecher Michael Albrecht skizzierte nur schemenhaft, weshalb die Beamten gerade dort suchten. (© FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP)

Beinahe parallel auf dem Gelände des Herforder Kanuclubs lässt die Feuerwehr eines ihrer Schlauchboote zu Wasser: Thomas Schlageter und Oliver Beerhenke vom Echolotzentrum in Paderborn bestücken es mit speziellen Sonargeräten, die beinahe fotorealistische Bilder vom Flussgrund – bis hin zu Steinen – liefert.

"Wir fahren in der Flussmitte und das Gerät erfasst den Bereich 30 Meter rechts und 30 Meter links vom Boot", erklärt Thomas Schlageter, der überregional nach vermissten Personen in Gewässern sucht. Die Technik habe den Vorteil, dass sie auch bei eingeschränkter Sicht – anders als Taucher – eingesetzt werden kann. Die Suche auf den 800 Metern vom Kanuclub bis zum Bergertorwehr brachte kein Ergebnis.

Danach wurden die Paderborner Experten mit ihrer Sonartechnik am Wehr in Oeynhausen eingesetzt. Dort hatte Taucher die Erkundungsversuche am Montag einstellen müssen, da für sie wegen der Sogwirkung des Wassers am Wehr Lebensgefahr bestanden hätte.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2026
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.