Düsseldorf (lnw). Mini-Schulterkameras für Polizisten im Streifendienst wird es in Nordrhein-Westfalen vorerst nicht geben. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) will erst eine gründliche Auswertung der Pilotversuche in Hessen abwarten. Die bisherige Datenbasis sei zu klein für einen Beweis, dass die Kameras tatsächlich Attacken gegen Polizisten verhinderten, sagte Jäger im Landtag.
Die CDU-Landtagsfraktion forderte dagegen, einen Testlauf auch in NRW zu starten, da Berechnungen der Polizeigewerkschaft ergeben hätten, dass alle 50 Minuten ein Polizist Opfer eines Angriffs werde. Grüne, FDP und Piraten sind dagegen.
Als erstes Bundesland testet Hessen die Minikameras seit einem Jahr in zwei Frankfurter Stadtteilen. Der Versuch wurde auf Wiesbaden und Offenbach ausgeweitet. Bei den Einsätzen werden nur Bilder, kein Ton aufgezeichnet. Eine Zwischenbilanz dieses Versuchs basiere aber nur auf Einsätzen von drei Kameras, so Jäger. Binnen eines halben Jahres sank die Zahl der Angriffe auf Ordnungshüter in den Testgebieten von 27 auf 20.